Microsoft Partner Konferenz 2014 – Internet of Things oder Industrie 4.0

Ein ausfühlicher Bericht – was gab’s Neues?

Die Teilnahme an der Microsoft DPK 2014 war im Vorfeld von eher geringen Erwartungen begleitet, da noch keine neuen Produkte „Launches“ erwartet wurden. Anfänglich kursierten Begriffe unter den Kollegen wie „Getting Brain Washed“ – aber es kam anders.Bei der „Opening Key Note“ sprach der Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland und Area Vice President International, Dr. Christian P. Illek, und stellte zunächst den Microsoft Geschäftsjahresrückblick vor. Hierbei war sehr bemerkenswert, dass die Microsoft „Azure“ Cloud bereits einen Umsatzanteil von 27% in FY2013 hat, von zuvor 12% in FY2012 vom Microsoft Gesamtumsatz. Aktuell sind wohl überwiegend größere Unternehmen in diesem Segment aktiv, wobei der Anteil vom Mittelstand stark steigt. An zahlreichen Beispielen wie z.B. Fa. Sixt wurde der Wandel verdeutlicht.

Neben weiteren interessanten Ausführungen nannte Dr. Christian P. Illek als größten Motivator für die Veränderung das „Internet of Things“ (IoT), und „Datamining“ bzw. Business Intelligence (BI).

Internet of Things

Was hierunter zu verstehen ist wurde in vielen Konferenz Tracks verdeutlicht. Mein Eindruck ist: Hier wächst zusammen, was zusammen gehört! Warum?

  • Wir haben durch IPv6 Internet Adressen für jeden Quadratzentimeter der Erde 50 Mio. IP’s zur Verfügung.
  • Es werden immer mehr Geräte mit Internetanschluss ausgestattet, z.B. Autos, Haussteuerungen wie Rollos, Licht oder auch Wasserhähne. Natürlich auch immer mehr Benutzer Endgeräte wie Smartphones, Tablets, u.ä.
  • Alle diese „Dinge“ wollen gesteuert werden und intelligent überwacht sein. Als Beispiel der neuen „Vision“ kann z.B. folgendes gelten: Ein Arbeitnehmer hat einen Termin außer Haus. Das Haus erkennt die Abwesenheit und schaltet Energiesparfunktionen in Abwesenheit ein. Das Auto kennt den Outlook Termin und berechnet die Wegstrecke. Im Großraumbüro wird ein Arbeitsplatzsystem reserviert und initialisiert. usw…

Business Intelligence

Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, hat in einer DPK 2014 „Key Note“ verdeutlicht, dass die weltgrößten Unternehmen heutzutage nicht Erdöl fördern, sondern Daten sammeln und aufbereiten, z.B.: Google, Amazon, Apple, Facebook, usw.

Hier sieht Winfried Kretschmann die Fa. Microsoft als große Ausnahme, da Microsoft keine Daten sammelt, sondern das Recht der Kunden auf Ihre eigenen Daten schützt und achtet. Natürlich soll auch die Rechtliche Seite weiter reguliert und sicherer gemacht werden, wobei insbesondere der neue EU-Digitalkommissar Günther Oettinger hier einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung darstellt.

Winfried Kretschmann hat dann verdeutlicht, dass Innovation Daten braucht, um daraus Geschäftsideen machen zu können. Auch müssen Unternehmen frühzeitig wichtige Trends erkennen können um am Markt zu bestehen. Hier nannte Winfried Kretschmann Firmen wie Grundig, Telefunken u.a., welche den Trendwechsel zuvor nicht überlebt haben, da sie den Anschluss verpasst hatten.

Deshalb ist es unbedingt nötig, Analysen aus verschiedenen Datenquellen durchführen zu können, wobei die „Social Medias“ wie z.B. Facebook usw. ständig den aktuellen „Mind Set“ über Unternehmen und aktuelle Neuerungen widerspiegeln.

Vorgestellte Fallbeispiele

In einer besonderen Keynote wurden zwei Firmen vorgestellt, die den Wandel bereits eingeläutet haben.

Hier wäre zum einen die Firma Dornbracht, welche „Shower as a Service“ offeriert. Hier hat ein traditionelles deutsches Unternehmen den Wandel vom „Badezimmerausstatter“ zu modernen Zeiten vollzogen. Durch intelligente Sensoren und Wasserhähne mit IP-Adresse werden neue Wohlfühlräume geschaffen, welche durch Apps und Software sich an menschliche Stimmungen und Wünsche anpassen kann. Diese Möglichkeiten gab es bisher nicht. Durch Microsoft Infrastrukturen wie App-Store, Azure-Server-Infrastruktur usw. kann Dornbracht hier Mehrwerte schaffen und als Cloud as a Service anbieten. Bis hin zur Zukunftsvision: „Vom Arzt verschriebene Hydrothermaltherapie per Download aus dem Internet“ von Dornbracht.

Das zweite Beispiel ist die Fa. ThyssenKrupp, welche unter vielem anderen moderne Aufzüge baut und betreibt. Jeder realisierte Aufzug liefert 6 Datensätze in der Sekunde. Man kann sich leicht vorstellen, welche Datenflut da zusammenkommt. Würden diese Daten auf einer zentralen IT verarbeitet, könnte es leicht zu einer DDoS-Attacke vergleichbaren Vorfall kommen. Anders hier, durch die Möglichkeiten von Azure, kann ThyssenKrupp die vollständige Handlungskette als Cloud Service anbieten und passend skalieren. Ebenso können die in diversen Bauten betriebenen Sensoren direkt ins Internet berichten. Als Vorteil wäre zu nennen: Die ständige Auswertung der Daten zur Früherkennung von Störungen. Das Steuern der Technikereinsätze über Apps, bevor eine Störung so groß wird, dass es zu Betriebsunterbrechungen kommt. Ersatzteilbereitstellung „Just in Time“. Qualitätsmanagement durch Analyse der schadhaften Teile. Ermittlung der Betriebskosten für Kunden und der Betriebskosten für Fa. Thyssenkrupp selbst.

An beiden Beispielen ist gut zu erkennen, dass durch den Einsatz der Cloud sich neue Geschäftsfelder und Möglichkeiten auftun. Fa. Dornbracht hat neue Produkte geschaffen, die es zuvor nicht gab. Fa. Thyssenkrupp hat die Qualität so weit erhöht, dass der neue Service auch ein neues Produkt darstellt, gegenüber dem Wettbewerb. Dass durch Optimierung auch noch Kosten gesenkt wurden, ist ein angenehmer Nebeneffekt.

 

Wesentliche Neuigkeiten auf DPK 2014

Die Ausführungen der beiden hochkarätigen „Key Notes“ folgend, haben Kollegen und ich die themenspezifischen DPK Tracks besucht und zusammengefasst, dabei sind wir auf folgende Neurungen bei der DPK 2014 gestoßen:

  • Es gibt neue Office 365 Rubriken, sodass für jeden das richtige O365 Paket dabei ist. Außerdem können die Pakete flexible umgebucht werden, damit nur das bezahlt wird was man wirklich benötigt.
  • Neu in der O365 Palette ist „Power BI“, was eine Analyse von externen Daten ermöglicht, wie z.B. Facebook Statements Auswertungen. Mit „Power BI“ können zahlreiche Datenquellen direkt in Excel importiert werden. Die erstellten Queues können anderen Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden, für Anpassungen Erweiterungen oder Nachvollziehung der Daten Analyse.
  • Excel ist das neue Analyse Frontend für Datawarehouse Jobs. Die Integration von „Power BI“ ermöglicht die „Sammlung“ der benötigten Daten. Mit dem schon bekannten Office Apps Modell, stehen dann Möglichkeiten der Datenaufbereitung in ein weites Spektrum offen. Diese Apps können dann über alle Microsoft Plattform Systeme abgerufen werden, auch über Smartphones und Tablets.
  • Microsoft Devices unter 8“ Display Größe, müssen nicht mehr lizensiert werden! Damit wird der Endgeräte Markt stark wachsen, durch die Senkung der Produktionskosten der Devices.
  • Der Einstieg in Azure Hosting wurde durch Strategie Modelle und Funktionsbundling erleichtert und besser zugeschnitten.
  • Die Sicherheitsfunktionalität wurde ausgebaut auch mit DLP und anderen Funktionen.
  • Microsoft Kinetic 2 und Microsoft Surface 3 wurden vorgestellt. Kinetic 2 wird auch für diverse Systeme zur Messwertaufnahme verwendet, nicht nur bei Spielen.
  • Der Windows 2003 R2 Support läuft Ende nächstes Jahr ab. Es gibt aktuell 971 000 Installationen, welche Updates benötigen.
  • Der SQL 2005 Support läuft im April 2016 ab. Aktuell gibt es noch 221 000 Installationen im Umlauf. Durch ein Upgrade von SQL Datenbankservern, kann u.U. auch die Datenbankanwendung ein Update oder Redesign benötigen – deshalb zeitnah prüfen!
  • Die Beta von Windows 10 wurde gezeigt, mit folgenden Funktionen:
    • Alle Plattformen wie z.B.: XBOX, Windows Phone, Windows Systeme sowie Windows Enbedded werden mit der gleichen Version installiert und betrieben.
    • Die Kacheln gibt es in Windows 10 nur noch, wenn keine Tastatur am Gerät angeschlossen ist.
    • Der Zugriff auf die Apps wurde weiter erleichtert.
    • Das Desktop Handling wurde weiter vereinfacht.
    • Windows 10 soll ab Herbst 2015 verfügbar sein.
  • HW Hersteller zeigten viele interessante Windows 8.1 Bauformen die je nach Vorgaben genau den Einsatzzweck abdecken, mit dem Business Standard Betriebssystem Windows.

Zusammenfassung

Microsoft hat seine Hosting Palette weiter ausgebaut und verfeinert. Damit ergibt sich ein unheimlich großes Potential, sowie ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Ein Internet of Things lässt sich mit einer IT-Landschaft im „Keller“ nicht mehr realisieren, aus vielen Gründen. Auch Datamining mit externen Quellen kann mit einer zentralen IT-Struktur alleine nicht geleistet werden. Will man den Anschluss an moderne „Mehrwerte“ und Funktionalitäten nicht verlieren, muss die bestehende zentrale IT schnell mit Hybriden Betriebsmodellen nachgerüstet werden.

Dadurch, dass Microsoft die Hosting Produkte immer mit den aktuellen Versionen betreibt, besteht auch kein Investitionsrisiko. Im Gegenteil: Durch geschickten Einsatz von Azure und O365 lassen sich Kosten senken und vermeiden.

Durch fortschreitende Standardisierung von Endgeräten aller Art werden Kosten gesenkt und hohe Trainingskosten in der Migrationsphase vermieden. Kein anderer Hersteller kann solche Funktionalitäten vereinen und abbilden.

Belegt durch die Umsatzausführungen von Herrn Dr. Christian P. Illek kann man sagen, der Zug zur Industrie 4.0 ist bereits los gefahren. Wer den Anschluss und Vorteile dadurch nicht verpassen will sollte schnell einsteigen.

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