Kontingentverwaltung ab Windows Server 2003 R2

Vor einiger Zeit sollte in einem Projekt Kontingente migriert werden. Die Anforderung war, dass der Kunde „in bestimmten Ordnern“ „bestimmten Benutzern“ „bestimmten Platz“ zur Verfügung stellen und beim Überschreiten von definierten Schwellenwerten die Benutzer und Administratoren informieren wollte.

Windows ab Server 2003 R2 stellt zwei Kontingent-Typen zur Verfügung: Benutzerabhängige Datenträgerkontingente und Freigabe-/Ordner-Kontingente. Der maßgebliche Unterschied ist, dass sich Datenträgerkontingente am Besitzer-Attribut der Dateien und Ordnern orientieren. Freigabe-/Ordner-Kontingente begrenzen, unabhängig von Benutzern, lediglich den verfügbaren Platz innerhalb der Freigabe / des Ordners.

Datenträgerkontingente werden in den Eigenschaften des Datenträgers festgelegt und verwaltet. Ausnahmen lassen sich problemlos je Benutzer definieren. Sofern für eine große Anzahl an Benutzern Ausnahmen definiert werden sollen, ist die Verwaltung per Skript zu empfehlen, siehe dazu: http://technet.microsoft.com/en-us/library/cc788136(v=ws.10).aspx. Benachrichtigungen sind mit Boardmitteln nur über eine benutzerdefinierte und mit einer Aufgabe versehene Ereignisanzeige möglich. Da bei Schwellenwertüberschreitungen unabhängig vom Benutzer stets dieselbe Ereignis-ID generiert werden, eignet sich diese Benachrichtigung ausschließlich für Administratoren. Sofern präzisere Benachrichtigungen konfiguriert werden sollen, müssen zusätzliche Programme, wie Microsoft System Center 2012 – Operations Manager, implementiert werden, siehe dazu auch http://technet.microsoft.com/de-de/systemcenter/hh285243.aspx

Freigabe-/Ordner-Kontingente werden über den FSRM (Fileserver Resource Manager) verwaltet. Benachrichtigungen an Verteilergruppen, bestimmten Benutzern oder das Ausführen von Skripten und Anhängen von Speicherberichten sind möglich und bilden die maßgebliche Verbesserung der Kontingentverwaltung gegenüber Windows Server 2003. Ab Windows Server 2008 R2 sind dynamische Ordner-Kontingente, sog. Auto Apply Quotas, möglich. Diese ermöglichen, dass eine definierte Kontingentgröße auf neu erstellte Unterordner automatisch angewendet wird, siehe dazu auch http://technet.microsoft.com/en-us/library/cc731577.aspx

Fazit: Das Ziel des Kunden konnte mit Boardmitteln gemäß Definition nicht erreicht werden. Stattdessen wurde eine Mischung aus Datenträger- und Ordnerkontingenten konfiguriert. Im Übrigen rät Microsoft mittlerweile von Datenträgerkontingenten ab und empfiehlt die in vielerlei Hinsicht leistungsfähigere Verwendung des FSRM.

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