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IT schafft Vorsprung

Interview mit Rolf Braun

Industrie 4.0 macht IT-Sicherheit noch wichtiger

Wenn Rolf Braun, Vorstand der CEMA AG, die Bedeutung des Themas Sicherheit in Zusammenhang mit der Diskussion über Industrie 4.0 aufzeigt, dann greift er gerne auf ein anschauliches Beispiel zurück. „Die Hersteller von Fernsehgeräten hatten das Thema Security auch nicht auf der Agenda. Bis das Auftauchen von Wireless LAN zu einer Verbindung zwischen TV und Internet führte. Als es dann Hackern gelang, über die nicht gesicherten Fernsehgeräte an die privaten Daten von Zuschauern zu gelangen, die diese in ihren PCs gespeichert hatten, da war die Empörung groß“, erklärt er. „Bei Industrie 4.0 haben wir im Prinzip die gleiche Situation.

Hier geht es um das Zusammenspiel von Internet und Maschinen. Das Internet ist bei den meisten Unternehmen inzwischen gesichert beispielsweise durch Firewalls, Virenprogramme und Passwörter, doch was ist mit den Produktionsanlagen?“ Schon im Rahmen von Industrie 3.0 seien diese mit Software ausgestattet worden, um die Fertigung zu optimieren. Doch gegen einen Zugriff aus dem Netz seien vor allem die älteren Maschinen nicht gesichert. „Daran hat man bei ihrer Produktion einfach noch nicht gedacht“, so Braun und skizziert ein Industrie 4.0-Szenario wie es für die nächsten Jahre realistisch ist.

„Früher hat ein externer Entwickler die Konfiguration für eine Produktionsumstellung vielleicht per E-Mail an seinen Kunden geschickt – das war sicherheitstechnisch kein Problem. Im Zeitalter von Industrie 4.0 würde die betroffene Maschine diese Daten vielleicht direkt anfordern und der Dienstleister die gewünschte Software auch direkt an diese Produktionsanlage schicken“, führt der Diplom-Informatiker aus. „Doch was passiert, wenn auf diesem Weg die Systeme des Unternehmens verseucht werden – oder noch schlimmer, wenn die Daten unterwegs abgegriffen werden?“ Für eine Firma aus dem Bereich Automotive, die in China produziert, hat die CEMA für dieses Problem eine Lösung gefunden. „Kommuniziert werden nur Bilddaten“, so Braun.  „Die Originaldaten bleiben sicher auf dem deutschen Server.“

Um die Maschinen für Industrie 4.0 und die Kommunikation mit der Produktion bei Lieferanten, Kunden oder Dienstleistern aufzurüsten, sind gut durchdachte Sicherheitskonzepte nötig. Braun nennt nur einige Punkte, die hier eine Rolle spielen sollten: „Die Softwareprogramme in der Fertigung müssen – wenn irgend möglich – ergänzt werden, und die nötigen Sicherheitsstandards für Industrie 4.0 zu erreichen, die im Übrigen erst noch festgelegt werden müssen. Verschlüsselung während der Datenübertragung ist ebenso wichtig wie die Harmonisierung der Systeme zwischen den beteiligten Unternehmen – und es reicht nicht, wenn eine Firma in Sicherheit investiert, der Partner, beispielsweise der Lieferant,  bei den entsprechenden Ausgaben aber spart. Der Angriff erfolgt immer über das schwächste Glied.“ Braun hofft, dass deutsche Security-Spezialisten wie Kobil aus Worms oder die GFi Gruppe aus Gerlingen bei Stuttgart in diesem Bereich passende Lösungen für die deutsche Industrie bereitstellen. „Aktuell wird dieser Markt von Firmen aus den USA oder Israel dominiert. Aber wir haben auch in Deutschland ein hohes Potenzial.“

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