Citrix Summit 2016 – Neues von Citrix und alles aus der Cloud

Die jährliche Citrix Summit 2016 hat vom 11.01. bis 13.01.2016 in Las Vegas stattgefunden und die CEMA war live dabei. Die Konferenz fand mit über 4000 Teilnehmern im beeindruckenden MGM Grand Hotel statt, wovon ca. 1900 Citrix Mitarbeiter und ca. 2100 Partner und Hersteller waren.

Innerhalb der Keynote am Montag hat unter anderem Tim Minahan (Senior Vice President and Chief Marketing Officer) die perspektivische Ausrichtung von Citrix dargestellt. Hierbei fokussiert sich Citrix auf die jahrelange Kernkompetenz zur sicheren Anwendungs- und Datenbereitstellung „Secure App and Data Delivery“ mit den Produkten XenApp, XenDesktop, XenMobile, Netscaler und Sharefile.

Kimberly Martin (Vice President of Partner Strategy and Sales) hob dabei als Strategie die enge Bindung zu den Partnern hervor. Es wurde liebevoll mit Twitter-Hashtag #CitrixPartnerLove und Badgets untermalt, wie sehr Citrix seine Partner liebt.

citrix Summit 2016

Bei der Tech Talk Keynote am Dienstag wurde auf die technischen Innovationen und cloudbasierten Technologien eingegangen.

Microsoft Partnerschaft

Citrix führt eine enge Partnerschaft mit Microsoft. Betriebssystem-Migrationen zu Windows 10 werden durch die Bereitstellung über XenDesktop vereinfacht.  Über Citrix XenMobile Device Management können Windows 10 Desktops, Notebooks oder Tablets entsprechend verwaltet werden.

https://www.citrix.com/products/xenmobile/tech-info/windows-devices.html

Mit Blick auf den bevorstehenden Windows Server 2016 hat Citrix einen Zero-Day Support angekündigt. Kunden, die also kurzfristig auf Windows Server 2016 umsteigen wollen, steht dabei laut Citrix nichts im Wege.

Für eine Microsoft Skype for Business (ehemals Lync) Kommunikation bietet Citrix das HDX RealTime Optimization Pack für Microsoft Skype for Business in der Version 2.0 an. Der Citrix HDX Datenverkehr wird daraufhin über die virtuellen Channels optimiert. Bei einer Ende-zu-Ende-Kommunikation auf XenApp/XenDesktop können die Endgeräte direkt miteinander kommunizieren, so dass der Datenverkehr nicht erst über die Session-Hosts fließen muss.

https://www.citrix.com/blogs/2016/01/12/citrix-and-microsoft-unveil-v2-solution-for-skype-for-business/

Netscaler

Im Bereich Netscaler hatte Citrix bereits Ende des Jahres eine neue Form der Bereitstellung angekündigt. Neben den bereits vorhandenen Plattformen Citrix Netscaler SDX (unabhängig gemanagte Netscaler Instanzen), MPX und VPX (virtuelle Appliance) wird es einen Netscaler CPX geben. Durch die CPX lässt sich der Netscaler in einer Container-Lösung wie Docker betreiben und richtet sich hauptsächlich an Entwickler.

https://www.citrix.com/blogs/2015/12/15/early-christmas-present-a-big-surprise-in-a-small-container/

Bei der Tech Keynote wurde eindrucksvoll in einer Demo auch die SD-WAN- (Software Defined WAN) Funktionalität vorgestellt. Beim SD-WAN kann über mehrere gleichzeitige WAN-Anbindungen eine HDX-Session aufgebaut werden. Ein Datenpaket wird über alle WAN-Verbindungen herausgeschickt, wobei das als erstes auf der Gegenstelle ankommende verwendet wird und die restlichen verworfen werden. Bei der Live-Demo wurde durch Abhishek Chauhan (Chief Architect of Citrix Netscaler) eine mehrfach angebundene HDX-Session mit einer Skype for Business-Kommunikation samt Video aufgebaut. Die verschiedenen „WAN-Kabel“ wurden nach und nach mit einem Astschneider durchtrennt, so dass am Ende nur noch eine Mobilverbindung übrig blieb.
Resultat: Die Skype for Business Verbindung konnte die ganze Zeit durchgängig dargestellt werden, auch wenn am Ende die Videoqualität entsprechend herabgesenkt wurde.

XenApp / XenDesktop

Bereits zum Ende des Jahres 2015 wurde die Version 7.7 von XenApp / XenDesktop veröffentlicht, welche unter anderem folgende Funktionalitäten mitbringt:

  • Zonen – Ja, die Zonen, ähnlich wie sie aus den Versionen vor 7.x bekannt waren, sind wieder da. Sich über mehrere Standorte erstreckende Umgebungen lassen sich wieder separieren und über entsprechende Richtlinien die Verfügbarkeit sicherstellen.
  • Windows 10 Support – Innerhalb von XenDesktop und Citrix Provisioning Services.
  • Anwendungslimits – Auch diese Funktion kennt man schon aus früheren Versionen. Es kann wieder definiert werden, wie viele Anwendungsinstanzen gleichzeitig aufgerufen werden können.
  • Monitor Alarme – Im Citrix Director können im Bereich Monitoring jetzt auch Alarme definiert werden, welche mit eMail-Benachrichtigungen verknüpft werden. Sollten definierte Ereignisse eintreten, so findet eine Alarmierung an die Admins statt. Leider erst ab der Platinum Edition verfügbar.
  • SCOM Alarme – Doch auch der andere Weg zur Alarmierung ist jetzt möglich. Microsoft System Center Operations Manager Meldungen können an den Citrix Director übergeben und integriert werden. Auch diese Funktionalität gibt es erst ab Platinum.

http://docs.citrix.com/en-us/xenapp-and-xendesktop/7-7/what-is-new.html

Ausblick

Als Ausblick auf die kommende Version XenApp / XenDeskop 7.8 kann man sich bereits auf die AppDisk Technologie freuen. Anwendungen können hier in einer separaten virtuellen Disk, losgelöst vom Golden Master, betrieben werden. Dieses vereinfacht die Verwaltung bei sich häufig ändernden Anwendungen, da keine Anpassung am Master vorgenommen werden muss, die AppDisk jedoch verschiedenen Master-Images bereitgestellt werden kann.
Sinnvoll für Kunden, die derzeit kein App-V einsetzen oder die Anwendung hierüber nicht bereitgestellt werden kann.
Apropos App-V… App-V Pakete können in Zukunft direkt aus dem Studio veröffentlicht werden und es muss nicht erst der Weg über den App-V Server gegangen werden.
AppDisk kann auch perspektivisch für AppDNA zur Überprüfung der Anwendungskompatibilität genutzt werden.

In XA/XD 7.8 wird über den Storefront 3.5 ebenso ein Self-Service Password Reset möglich sein, welches die Helpdesk-Anrufe durch vergessene Passworte reduzieren soll. Dieses ist ebenso erst ab der Platinum Version möglich.

https://www.citrix.com/blogs/2016/01/11/our-best-platinum-edition-for-xenapp-and-xendesktop-yet/

Des Weiteren wird eine weitere Grafikoptimierung mit dem HDX-Protokoll einhergehen. Die Framehawk Display Technologie wird erweitert und ermöglicht eine optimierte Darstellung auch von HDX 3D Pro Inhalten über „schwierige“ Netzwerkverbindungen.

Cloud, Cloud, Cloud…

Ansonsten drehte sich bei der Citrix Summit natürlich alles um „die Cloud“.
Die Citrix Workspace Cloud dient hier als zentrales Management mit einer einzigen cloudbasierten Konsole.

In einem dreistündigen HandsOn-Workshop „Build and deliver Workspace Cloud Applications and Desktops service“ konnte ich mich davon live auf der Summit überzeugen.

Innerhalb der Citrix Workspace Cloud sind die Komponenten SQL Datenbank, Delivery Controller, Lizenzserver und Storefront ausgelagert und werden von Citrix betrieben.

Kunden brauchen sich dabei um die Bereitstellung und Wartung der Komponenten keine weiteren Gedanken machen.

Die einzigen Komponenten, die innerhalb einer sogenannten Ressource Location vor Ort bleiben, sind:

  • Active Directory Verzeichnisdienst
  • Server oder Desktop VDAs
  • Netscaler Gateway
  • Alternativ: weiteren Storefront für Customizing und Multifaktor-Authentifizierungen

Die jeweilige Ressource Location wird hierbei mit einem Citrix Workspace Cloud Connector in Richtung Cloud verbunden. Oder eher gesagt zur Ausfallsicherheit mit zwei Connectoren, welche sich auf dedizierten virtuellen Maschinen befinden müssen. Die Kommunikation in Richtung Citrix Workspace Cloud geschieht dabei lediglich ausgehend vom Connector über Port TCP 443 und kann ebenso über einen Proxy stattfinden. Die Workspace Cloud Connectoren werden dabei ebenfalls von Citrix verwaltet und entsprechend aktualisiert.

Als Ressource Location lassen sich On-Premise, private Clouds und Datacenter, sowie public Clouds, wie Microsoft Azure oder Amazon Web Services (AWS) adressieren. Durch das zentrale Management der Citrix Workspace Cloud können diese Ressourcen je nach Kundenanforderungen gemischt werden und so nach Bedarf den Workspaces zur Verfügung gestellt werden.

Als Workspace muss es sich dabei nicht nur um eine Anwendergruppe handeln, die Anwendungen und Desktops „konsumiert“. Ebenso lassen sich der sichere Datenzugriff über Citrix Sharefile oder Mobile Device Management und mobile Anwendungen über Citrix XenMobile cloudbasiert zur Verfügung stellen.

In einem weiteren dreistündigen HandsOn-Workshop „Accelerate your cloud architecture by deploying XenDesktop, XenApp and NetScaler in Microsoft Azure“ konnte ich mich ebenfalls live davon überzeugen. Und… ja, es funktioniert.

Citrix XenApp 7.7 kann dabei Machine Creation Services (MCS) direkt in Microsoft Azure adressieren. Hierbei ist es auch möglich, Desktop-Betriebssysteme zur Verfügung zu stellen. Die Microsoft Lizenzrichtlinien unterbinden dies jedoch aktuell noch.
Und ein per Azure-Template bereits vorkonfigurierter Citrix Netscaler kann dabei auch ganz charmant und blitzschnell bereitgestellt sein.

Fazit:

Die Citrix Workspace Cloud ist im Bereich Administration und Monitoring (Citrix XenDesktop Platinum) sehr intuitiv aufgebaut, da sie die bereits bekannten Konsolen aus Citrix Studio und Director integriert. Wer jetzt auf die Idee kommt, dass diese ja für kleinste Kundenumgebungen mit vielleicht 50 – 70 Benutzern ideal vom administrativen Aufwand wäre, der wird leider enttäuscht. Die Citrix Workspace Cloud wird aktuell erst ab 100 User-Lizenzen angeboten. Hier ist eher die vereinfachte Administration über mehrere Ressourcen-Standorte und hybride Cloud-Infrastrukturen in Betracht zu ziehen.

Bei der Betrachtung Workspace Cloud vs. herkömmliche XenApp / XenDesktop-Lizensierung sollte auch genau geschaut werden, welche Komponenten bei einer Kundeninfrastruktur bereits im Einsatz sind und welche eventuelle Cloud-Lösung in Frage kommt.

Fazit Citrix Summit 2016:

Mein persönlicher Eindruck zur Citrix Summit 2016 ist, dass ich von dem Event und auch dem „Drumherum“ sehr beeindruckt war. Die HandsOn-Workshops und technischen Sessions haben die ein oder anderen Neuigkeiten und Informationen vermittelt. Und wenn diese von den eigentlichen Entwicklern und Produktmanagern abgehalten werden, so zeigen sich die positiven Emotionen und verbundene Begeisterung. Fachfragen können entweder während der Session oder im persönlichen Gespräch ausführlich beantwortet werden. Technisch konzentriert sich Citrix aktuell auf die Stärke der bewährten Komponenten und erweitert und optimiert diese, auch wenn dabei meiner Meinung nach dieses Jahr keine neuen Highlight-Produkte aus dem Hut gezaubert wurden. Das Gute noch besser zu machen, kann dabei aber auch eine richtige Entscheidung sein. Die starke Bindung zu seinen Partnern wurde durch die Summit durchaus vermittelt und macht die CEMA als Citrix Platinum Solution Advisor zu einem der Top-Ansprechpartner.

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