Citrix: Nachlese zur Synergy 2015

Neues zu NetScaler 11, XenApp/ XenDesktop 7.6, Support XenApp 6.5 und neuen Citrix-Produkten wie CloudBrigde vWAN, Citrix Workspace Cloud, Citrix x1-Mouse und AppDisks

Wenige Wochen nach der Synergy 2015 lud Citrix technische Mitarbeiter seiner Partner zu den Citrix Solutions Roundtables ein. Die Systems Engineers aus dem Hause Citrix brachten hierzu spannende Produktneuigkeiten aus Orlando mit und beleuchteten alle wichtigen Neuerungen und Weiterentwicklungen im Detail.

Die wesentlichen Neuerungen stellen das NetScaler Release 11, die Feature Packs 1 und 2 für XenApp und XenDesktop sowie ein Ausblick auf die Roadmap und damit kommende Features und Produkte dar.

NetScaler 11

Mit dem NetScaler 11 möchte Citrix die Anmeldungen für alle über diese Plattform bereitgestellten Dienste vereinheitlichen und ermöglicht die Verwendung eines Content-Switches vor dem Gateway um einerseits eine einheitliche Anmeldung sowie Single-Sign-On Funktionalitäten für alle angebundenen Dienste ermöglichen zu können. Das sogenannte “Unified Gateway” steht den Kunden ab der Enterprise-Edition zur Verfügung und macht aufgrund der umfassenden Änderungen eine Neukonfiguration von bestehenden NetScaler Appliances erforderlich.

Weiterhin werden zahlreiche Verbesserungen in den Bereichen Security, Smart Access (Platinum-Feature), GUI-Anpassung, Management und Access implementiert und nutzbar.

XenApp/XenDesktop

Das kürzlich veröffentlichte Feature Pack 1 beinhaltet die folgenden Komponenten:

  • Session Recording: Ermöglicht das Aufnehmen von jeglichen XenApp-Sitzungen zu Troubleshooting und Analysezwecken. Die entsprechenden Zugriffe auf aufgenommene Sitzungen und die Aufnahmesteuerung lassen sich gemäß der entsprechenden Unternehmensvorgaben absichern und z.B. mit zwingenden Hinweisen für Anwender versehen, so dass das Aufnehmen von Sitzungen keine Datenschutzverletzung darstellt. Session Recording ist ab XenApp Platinum verfügbar.
  • Lizenzserver 11.12.1: Der Citrix Lizenzserver unterstützt ab dieser Version das Clustering in einem Microsoft Failover-Cluster, kann Alerts im Citrix Studio und im Citrix Director darstellen, berücksichtigt natürlich den bereits angekündigten Lizenz-Overhead von 10%, bietet eine zusätzliche Grace Period von 15 Tagen und bietet die Teilnahme am Citrix Licensing Customer Experience Improvement Program (CEIP) an, um zur Verbesserung beizutragen. Diese Features werden allerdings lediglich von der Lizenzserverversion für Windows Server unterstützt. In der Lizenzserver VPX sind diese Features nicht enthalten
  • Director 7.6.200: Integration der Steuerelemente für das Session Recording in den Citrix Director. Bitte beachten Sie den KB-Artikel CTX142260, wenn sie ein Director-Upgrade durchführen möchten
  • HDX Real-Time Optimization Pack 1.7 für Microsoft Lync: Das Lync Optimazation Pack ermöglicht trotz der Nutzung von Lync in virtuellen Instanzen, dass die Kommunikation zwischen den Client-Devices direkt stattfindet und entlastet somit das Netzwerk und verbessert die Bild- und Audioübertragung.

Das Feature Pack 2 für XenApp und XenDesktop 7.6, welches noch im Q2 2015 erscheinen soll, wird die folgenden Komponenten beinhalten:

  • Framehawk-Unterstützung für ICA-Sitzungen: Nutzungen des verbindungslosen UDP-Protokolls, um unzuverlässige Verbindungen kompensieren zu können. Dank Framehawk können Packet Loss, hohe Latenzen und Jitter erheblich besser kompensiert werden und den Nutzern trotz einer z.B. schlechten UMTS-Verbindung weiterhin zuverlässig die Arbeit mit Citrix Desktops oder Published Apps ermöglichen. Die Verfügbarkeit von Framehawk wird einen NetScaler 11 sowie die Verwendung der aktuellsten Receiver-Version voraussetzen.
  • Thinwire+: Stellt die Ablösung für den Legacy-Grafikmodus unter Server 2012R2 dar, welcher nicht mehr über die dafür notwendigen GDI/GDI+ Komponenten verfügt. Thinwire+ lief bei Citrix bisher unter “Project Snowball” und stellt die Alternative zum H.264-Codec dar, um den Compatibility-Modus zu ersetzen, welcher bisher Clients bedient hat, die nicht H.264-fähig sind. Der Compatibility-Modus ist hier sehr Bandbreitenintensiv und verbraucht ca. 2,5-3 Mal soviel Bandbreite wie der H.264-Codec. Thinwire+ verspricht hier wieder deutliche Verbesserungen in Bandbreitennutzung und Performance.
  • Linux VDA: der Linux VDA wird zunächst für suse und redhat veröffentlicht und unterstützt bisher lediglich den H.264-Codec, Thinwire+ und die Clipboard-Redirection. Für die Integration von Linux-Maschinen in eine XenApp- oder XenDesktop-Umgebung wird vorausgesetzt, dass diese Teil eines Active Directory sind.
  • StoreFront 3.0: StoreFront 3.0 baut gemeinsam mit dem neuen Citrix Receiver auf WebKit auf, um den Usern auf allen Devices das gleiche “Look and Feel” präsentieren zu können. StoreFront 3.0 ermöglicht das einfache Customizing einzelner Stores durch die Verwendung eigener Texte, Farben und Grafiken, welche sich über die Konsole implementieren lassen. Auch die Präsentation der Apps wird angepasst. Anwendungen lassen sich zukünftig gruppieren, flexibler abonnieren und direkt aus der Oberfläche starten ohne sie den eigenen Favoriten hinzuzufügen.
  • Citrix Receiver 5: Der Receiver 5 stellt das Gegenstück zum StoreFront 3.0 dar und wird für alle gängigen Client-Devices veröffentlicht werden. Diese Änderungen wurden bisher unter dem Stichwort Receiver X1 verfolgt und können bereits als Techpreview bezogen und getestet werden:

receiverx1

Weitere Informationen zum Receiver X1 und den Zugang zur Techpreview finden Sie hier.

Desweiteren wurde bekannt gegeben dass der Support für XenApp 6.5 Umgebungen bei aktiver Subscription Advantage bis zum 31.12.2017 verlängert wurde. Die vollständigen Lifecycle-Informationen finden Sie im KB-Artikel CTX122442.

Auch neue Produkte und Lösungen wurden angekündigt:

  • CloudBrigde vWAN: WAN-Virtualisierung zur gleichzeitigen Nutzung mehrerer verschiedener Internetverbindungen mit QoS, Verschlüsselung und eigenen Failover-Mechanismen
  • Citrix Workspace Cloud: Verlagerung der Kontroll-Ebene für XenApp- oder XenDesktop-Umgebungen in die Citrix Cloud
  • X1 Mouse (wurde bereits vom Kollegen “jeppe” announced)
  • AppDisks: Klingt so ähnlich wie AppVolumes (VMware) und tut prinzipiell das Selbe – Die Bereitstellung von Anwendung auf Basis von Festplatten, welche nahtlos in XenApp- und XenDesktop-Sitzungen gemountet werden können.

Insgesamt stellt Citrix also einige interessante Neuerungen vor, welche uns unser tägliches Leben erleichtern und vor allem die Nutzer mit besserer Performance, durchgängigen Konzepten und Designs versorgen. Gerne stehen Ihnen die Spezialisten der CEMA mit ihrer langjährigen Erfahrung im Citrix-Umfeld zur Seite, um neue Features in bestehende Umgebungen einzubinden oder ganz neuen Herausforderungen mit immer besser anpassbaren Lösungen zu begegnen.

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