EVO:Rail -VMware- und Omnicube -SimpliVity: Was bieten hyperkonvergente Lösungen?

Hyperkonvergente Lösungen wie EVO:Rail von VMware und Omnicube von SimpliVity mischen derzeit den Rechenzentrumsmarkt auf. CEMA hat die beiden Plattformen unter die Lupe genommen: Was können sie und für welchen Einsatz eignen sie sich?

 

Manche Analysten sprechen gar vom iPhone-Effekt: Hyperkonvergente Lösungen sollen den Aufbau und Betrieb einer virtualisierten, flexiblen und skalierbaren IT-Infrastruktur so einfach machen wie das berühmte Apple-Produkt die Nutzung eines Smartphones. Dazu bündeln sie Server-, Speicher- und teilweise auch Netzwerkressourcen in hochintegrierte, standardisierte Appliances zur schnellen und einfachen out-of-the-Box-Installation.

 

VMware: EVO:Rail

Tatsächlich ist EVO:Rail fast nach dem Plug&Play-Verfahren installierbar. „In der Regel reichen 15 Minuten und der Anwender kann über das mitgelieferte, intuitiv bedienbare GUI oder per vSphere Client virtuelle Maschinen ausrollen und betreiben“, erläutert Jens Festag, Senior Consultant bei CEMA. Möglich ist dies, weil der Hersteller VMware mit EVO:Rail, die bestehenden Lösungen vSphere ESXi, vCenter, Virtual SAN und Log Insight zusammen mit der neuen intuitiven Benutzeroberfläche und Deployment Engine in einen gemeinsamen Software-Stack integriert. Der Kunde erhält EVO:Rail als geprüfte Komplettlösung inklusive der VMware Lizenzen mit der Hardware seiner Wahl von Herstellern wie Dell, HP und Hitachi.

Jens Festag, Senior Consultant bei CEMA Spezialisten für Informationstechnologie, vergleicht VMware EVO:Rail und SimpliVity Omnicube.

Jens Festag, Senior Consultant bei CEMA Spezialisten für Informationstechnologie, vergleicht VMware EVO:Rail und SimpliVity Omnicube.

 

Dank der EVO:Rail-Engine lassen sich bisher manuell durchgeführte Administrationsaufgaben wie das Einspielen von Patches, Updates sowie die Installation, Konfiguration und Verwaltung von virtuellen Maschinen größtenteils automatisiert durchführen. „EVO:Rail erleichtert mittelständischen Unternehmen den Einstieg in virtuelle IT-Infrastrukturen wie Cloud oder Software Defined Datacenter“, ist Festag überzeugt. Denn mit der Appliance können sie den Rollout und Scale-Out von Infrastrukturservices sowie Anwendungen zügig und standardisiert abwickeln.

 

Eine Appliance besteht aus vier Knoten mit Intel x86-CPUs und dediziertem Arbeitsspeicher. Pro Appliance lassen sich bis zu 100 virtuelle Server bzw. 250 virtuelle Desktops betreiben. Die Lösung ist auf maximal vier Appliances mit 16 Knoten sowie insgesamt 70,4 Tbyte Storage skalierbar. Die Kehrseite der Medaille: Firmen müssen immer eine komplette Appliance mit vier Knoten kaufen, auch wenn sie nur zusätzlichen Speicherplatz brauchen. Zudem fehlen Mechanismen wie Deduplizierung oder Komprimierung, um Storage zu sparen. „EVO:Rail eignet sich primär für eigenständige kleine oder VDI-Umgebungen sowie Außenstandorte von größeren Unternehmen“, urteilt Festag.

 

Eine bessere Skalierbarkeit soll EVO:Rack schaffen. Die Lösung ist für das erste Halbjahr 2015 angekündigt und soll Unternehmen mit großen VDI- sowie Big-Data-Umgebungen bedienen. Die Idee dahinter: komplette Server-Racks standardisiert ausrollen und miteinander vernetzen.

 

SimpliVity: Omnicube

Die Installation von Omnicube ist mit einem halben Tag etwas aufwändiger als die von EVO:Rail. Denn Omnicube hält deutlich mehr RZ-Funktionen bereit. Zum Umfang gehören neben dem softwaregesteuerten Rollout und Betrieb von VMs auf Basis von VMware auch Backup, Deduplizierung und Kompression, Replikation, WAN-Optimierung und ein Cloud-Gateway.

 

Jeder Omnicube vereint Server, Speicher und Netzverbindungen zu einem Rechnerknoten. Die Omnicubes lassen sich über Ethernet zu standortübergreifenden Pools von x86-Servern zusammenschließen. Die Verwaltung erfolgt aus dem VMware vCenter heraus. Die Lösung deckt mit den drei Modellreihen CN2200, 3000 und 5000 alle CPU- und Storage-Anforderungen ab: vom für kleinere Workloads und Außenstellen konzipierten Einstiegsmodell mit 8,4 Tbyte Speicherplatz (HDD und SSD) bis zur Highend-Version, die mit bis zu 24 CPU-Cores und 30 Tbyte Storage ressourcenhungrige Anwendungen wie ERP-Systeme bedient.

 

Omnicube skaliert serverbasiert und somit granularer als EVO:Rail. Bestehende ESXi Server lassen sich einfach in den Verbund mit aufnehmen. Dies eröffnet flexible Einsatzmöglichkeiten, wie die bereits von der CEMA erfolgreich realisierten Projekte zeigen. „Anwender können ein preisgünstiges Aktiv-Aktiv-Cluster mit transparentem Failover einrichten. Oder sie können auch einen zentralen Omnicube-Verbund betreiben, das firmenweit die Backupdaten speichert, beispielsweise von verteilten Omnicubes aus Zweigstellen“, erläutert Festag.

 

Ein weiterer Vorteil ist die effiziente Architektur. Sämtliche Daten werden bei der ersten Aufnahme direkt im Arbeitsspeicher dedupliziert, komprimiert und dauerhaft als feingranulare 4-8KB Blöcken vorgehalten. „Das ist ein Riesenvorteil, wenn es darum geht, Daten zwischen Rechenzentren zu replizieren oder Anwendungen und Daten zentral an Außenstellen bereitzustellen, da sie stets Dedupliziert bleiben“, urteilt Festag. Bei einer VDI muss beispielsweise nur eine vollständige Desktop-Kopie effektiv gespeichert werden. Anwender profitieren somit von einem geringen Speicherplatz- und Bandbreitenbedarf bei einer hohen Systemverfügbarkeit und Performance. „SimpliVity Omnicube revolutioniert mit seiner Einfachheit und Effizienz das Rechenzentrum”, ist sich Festag sicher.

 

Fazit

Omnicube und EVO:Rail ersparen Firmen die arbeitsaufwändige und fehleranfällige Administration von Einzelkomponenten. Dadurch reduzieren sie die Komplexität klassischer Infrastruktur-Stacks und damit die Betriebskosten deutlich. In punkto Skalierbarkeit, Storage, Flexibilität und Funktionsumfang hat Omnicube die Nase vorn.

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