90 Außenstellen in einer hocheffizienten virtuellen Infrastruktur bei Caritasverband für die Diözese Speyer e.V.

3 Mann für 90 Außenstellen

Angesichts knapper Budgets und neuer Organisationsstrukturen hat der Caritasverband für die Diözese Speyer e.V. eine hocheffiziente virtuelle IT-Infrastruktur auf die Beine gestellt mit der sich die Systeme und Anwender der 90 Außenstellen weitgehend automatisiert betreuen lassen.

Die Zufriedenheit ist Peter Kempf, dem EDV-Leiter beim Caritasverband für die Diözese Speyer e.V., anzumerken. Zusammen mit seinem Team ist es gelungen, während des laufenden Betriebs fast die komplette IT-Infrastruktur zu virtualisieren und deren Betrieb weitgehend zu automatisieren. „Die Anforderungen und die Zahl der Anwender steigen, doch die personelle Ausstattung und das Budget wachsen nicht im gleichen Maße mit“, beschreibt Kempf die Herausforderung, vor der nicht nur er, sondern auch viele andere EDV-Verantwortliche bei mittelständischen Unternehmen stehen. Der begrenzte Spielraum wirkt jedoch nicht als Innovationsbremse, sondern ist vielmehr Ansporn für den EDV-Leiter, neue Technologien gewinnbringend einzusetzen.

 

Über die Auslastungsanalyse zum Lösungskonzept

Dabei waren die Erfolgsaussichten alles andere als rosig, als es 2009 im ersten Schritt darum ging, die Terminalserver, die 600 Endgeräte mit Daten und Anwendungen versorgten, im laufenden Betrieb zu virtualisieren. Auslöser für das Projekt war die veraltete Hardware, die nicht mehr leistungsfähig genug war. Bei Hochlastbetrieb kam es immer wieder zu Wartezeiten, während im Normalbetrieb ein Großteil der Rechenkapazität ungenutzt blieb. „Fast alle der angefragten Systemhäuser rieten uns von einer Virtualisierung unserer Terminalservern ab. Das Vorhaben sei viel zu komplex“, erinnert sich Kempf auf die Resonanz der Ausschreibung. „CEMA doch traute sich das Projekt zu.“ Unter Leitung von CEMA-Vorstand Rolf Braun ermittelte ein Expertenteam die Auslastung der Systeme und erarbeitete ein Lösungskonzept, wie sich die knapp 50 Server virtualisieren ließen. Ziel war es, die gesamten Ressourcen besser ausschöpfen und flexibel erweitern zu können.

 

Hochverfügbares SAN zum Preis von einem DAS

Im ersten Schritt wurde der Storage virtualisiert. „Während die meisten Anbieter ihre eigene Software verkaufen wollten, hat uns die CEMA herstellerunabhängig beraten. Mit der DataCore-Lösung „SANmelody“ können wir kostengünstige Hardware einsetzen“, stelle EDV-Leiter Kempf fest. So löst jetzt ein virtuelles SAN die dezentrale DAS-Lösung ab. Die vier RAID-5-Sets sind auf 2 Shelves mit jeweils 15 Platten eingerichtet. Der verfügbare Speicherplatz beträgt 8 TByte pro Spiegel. Hochverfügbarkeit durch synchrone Datenspieglung sowie das einfache Management überzeugten Kempf ebenso wie der Kostenvorteil: „Unser flexibles SAN war nicht teurer als das alte DAS.“

 

Virtualisierung im laufenden Betrieb

Anschließend folgte die Server-Virtualisierung. Um Ausfallzeiten zu vermeiden, wurde schrittweise ein virtuelles System aufgesetzt und parallel zum bestehenden System betrieben. Zunächst migrierte die CEMA einige Server, die Dienste bereitstellen (z.B. Printserver oder Domain Server) auf virtuelle Windows Server 2003-Maschinen unter VMware ESX 3.5. Die VMs laufen auf Standardservern von Dell mit 2 Quadcore CPUs und 48 GByte RAM. Danach folgten nacheinander die 35 Terminalserver für die einzelnen Caritas-Einrichtungen. Per Robocopy wurden die Daten aus dem alten Speichersystem in das neue SAN übertragen. Während dieses Zeitraums erhielten die Anwender Zugriffsrechte für beide Welten. Sobald eine VM komplett war, wurde über Nacht der DNS-Eintrag geändert, so dass Anwender, die sich am Folgetag einwählten, automatisch an der neuen VM angemeldet wurden. „Die Virtualisierung mit der CEMA lief reibungslos, so dass wir uns ungestört um das Tagesgeschäft kümmern konnten“, lobt Kempf. Gleichzeitig startete die EDV-Abteilung damit, die veralteten PCs durch Thin Clients zu ersetzen, die unter einem Linux-Betriebssystem laufen. Thin Clients sind kostengünstiger, und robuster und mit geringerem Aufwand administrierbar. Das erleichtert es dem Drei-Mann-Team, die Hardware der gesamten Diözese aktuell zu halten.

 

Neuer Terminalserver auf Knopfdruck

Einen Terminalserver, auf dem sämtliche Programme installiert sind, verwendet die EDV-Abteilung als Master. Er dient zum Testen, Entwickeln und zur Datensicherung. „Wir wollten so viel wie möglich automatisieren. Daher nutzen wir den Master als Image, mit dessen Hilfe wir neu installierte Software auf Knopfdruck ausrollen oder für die einzelnen Bereiche zusätzliche virtuelle Terminalserver erzeugen können“, erklärt Kempf. Die Hosts sind als Failover-Cluster hochverfügbar ausgelegt. Das macht der ESX-Host automatisch. Vier ESX-Server könnten bei Bedarf sämtliche VMs hosten, ohne dass es zu Beeinträchtigungen im Tagesgeschäft kommen würde.

 

Ausgefeiltes Back-up-Konzept

Mithilfe von Vizioncore vRangerPro wurde die Datensicherung auf Tempo getrimmt. Einmal in der Woche sichert die Software innerhalb von nur zwei Stunden alle „Dienste-VMs“ und das Template für die Terminalserver auf ein Backup-Gerät. Die Images (VMDK-Dateien) lassen sich zum Restore wieder auf die ESX-Hosts zurückspielen. Zusätzlich werden alle Daten mit Microsoft Data Protection Managers (DPM) gesichert..

Nach der initialen Replikation der Daten auf dem Festplattenspeicher, überträgt der DPM bei den folgenden Sicherungen nur noch die veränderten Datenblöcke. „Durch das neue Backup- und Restore-Konzept sind wir in der Lage, Daten, binnen Minuten wiederherzustellen, „Dienste-VMs“ innerhalb kürzester Zeit und alle Terminalserver innerhalb von nur vier Stunden“, erläutert Kempf. Die zunächst auf Disk gesicherten Daten werden wöchentlich auf Band gespeichert und monatlich archiviert. Auf Platte lässt sich der Stand von bis zu vor 42 Tagen und auf Tape der Stand für ein ganzes Jahr wieder herstellen.

 

Mit neuen Anforderungen Schritt halten

Aus den ursprünglich 600 geplanten Terminal-Arbeitsplätzen sind mittlerweile 900 geworden. Das dreiköpfige EDV-Team betreut vom Rechenzentrum in Speyer aus aktuell rund 1.800 Anwender an 90 Standorten. Die Anzahl der User steigt weiter, ebenso wächst die Vielfalt der Anwendungen. „Glücklicherweise haben wir frühzeitig die Weichen für eine zukunftsfähige Infrastruktur gestellt, mit der wir flexibel neue Anforderungen abdecken können”, begründet EDV-Leiter Kempf die eigene Gelassenheit. Gemeinsam mit der CEMA plant er bereits das nächste Projekt: die neueste Version von SANmelody einführen. Mithilfe des Updates auf ein 64-bit-Version will er noch mehr Performance „raus zu kitzeln“.

 

Auf einen Blick

  • Kunde: Mit rund 40 Einrichtungen an 90 Außenstellen in der Diözese Speyer (www.caritas-speyer.de) hilft der Caritasverband Menschen, die mit Problemen konfrontiert sind. Rund 2.700 hauptamtliche Mitarbeiter beraten, pflegen, fördern und betreuen jährlich rund 39.0000 Menschen. Das Angebot reicht von der Schwangerschaftsberatung über die Altenpflege bis zur Hospizhilfe.
  • Herausforderung: 35 Terminalserver im laufenden Betrieb sowie das Storage virtualisieren; Backup der virtuellen Systeme.
  • Cema-Leistung: Konzeption und Realisierung der Lösungsarchitektur. Aufbau einer virtuellen IT-Infrastruktur (Terminalserver, SAN, Backup- und Restore-Lösung)
  • Systemumfeld: VMware ESX 3.5, Dell Power Edge 2900 mit 48GByte RAM (ESX-Host) und 4GByte RAM (Storage Domain Server), Thin Clients (Igel), Vizioncore vRangerPro.
  • Nutzen: konsolidierte, skalierbare und flexible IT-Infrastruktur, zentrale und weitestgehend automatisierte Betriebsabläufe, reduzierte Kosten.

 

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