VMworld 2017 in Barcelona: Die Cloud erreicht VMware

Vier Tage Barcelona, das klingt zunächst nach jeder Menge Spaß und Party. Nach 9 – 10 Stunden Veranstaltung, beginnend mit der Busabfahrt um 08:00 ab Hotel, ist der Spaßanteil dann jedoch realistischer einschätzbar. Der Kontakt zu den VMware-Granden und den aktuellen Informationen und Ankündigungen versüßen dann den Aufwand auf unserer Seite.

Die diesjährige VMworld war mit 11.000 Besuchern die bisher grösste aller VMware Veranstaltungen auf dem europäischen Kontinent. Die einleitende General Session am ersten Besuchertag war denn auch in einer beeindruckenden Halle mit jeder Menge Projektions- und Tontechnik. Klasse gemacht von der Messeorga.

Was gab es inhaltlich zu sehen und zu hören?

Als Unbedarfter hätte man nicht erkannt, dass VMware der Erfinder und Hersteller von vSphere ist. Das Produkt an sich ist fast keiner Erwähnung mehr wert, die Cloud Foundation Edition mit vSAN und NSX stand mal auf einer Slide, aber auch das war nicht wirklich relevant. Die Basis hat zu funktionieren, basta.

Die gesamte Dramaturgie baute auf dem Scaleout mit Airwatch, aber vor allem auf dem Scaleup mit den neuen Cloud-Partnern auf. Nach dem üblichen Warmup “länger, höher, weiter, schöner” kam Pat Gelsinger, CEO von VMware, dann schnell auf den Punkt: Auch bei VMware sind die Cloud-Auswirkungen angekommen und haben ein umfassendes Neudenken ausgelöst. Das Ziel: Raus aus der Kostendiskussion, rein in die Wertschöpfungskette.

Bei dieser Reise der Veränderung darf es, so Pat Gelsinger, keine Tabu-Branche geben, IT hat sich in jede Richtung auf den Weg zu machen. So passt auch Scaleout mit Airwatch ins Bild: Nicht nur die mobilen Devices sollen mit, auch die Windows-Clients werden jetzt mit Airwatch verwaltet. So wird auch der physische Client erreicht, der mit ESX-Workstation bisher ein Schattendasein geführt hat.

Da Azure durch Microsoft-HyperV bereits besetzt ist, sind in den letzten 12 Monaten mit den anderen drei der Big4 Allianzen geschmiedet worden: AWS, IBM und Google. Ziel ist es immer, dass bei diesen Cloud-Anbietern ein VMware-Stack mit Cloud Foundation auf BareMetal zur Verfügung steht, um dort durch die vCloud-Produkte den VMs ein Schwingen von Onprem nach Cloud und zurück zu ermöglichen.

Daher ist der neue VMware-Slogan: Die Welt ist Hybrid Multi-Cloud.

So soll dafür gesorgt werden, dass der Kunde sich nicht bei Azure festbeißt und somit für VMware als verloren gilt. Damit Hybrid Multi-Cloud funktioniert, hat VMware

  • ein einheitliches Management über alle Cloud-Provider
  • ein skalierbares Sicherheitssystem
  • eine nahtlose Verbindung zwischen Onprem-RZ und Cloud-Provider

anzubieten. Mit vCloud, vRealize, Cloud Foundation auf BareMetal und der neuen Sicherheitslösung (s.u.) ist jetzt alles vorhanden, es konnte also losgehen: Aus science fiction werden science facts.

Damit das alles so funktioniert, ist natürlich der aktuelle Versionsstand in den betroffenen Produkten zu erreichen. Hier gibt es offensichtlich noch zu tun im Feld, so wird auch verständlich, dass zunächst beschleunigt werden soll und erst dann der Kunde auf das neue Modell zu transformieren ist. Finanzielle Anreize an die Partner sollen hier helfen, dass Phase 1 “accelerate today” Fahrt aufnimmt damit die Phase 2 “transform tomorrow” schnellstmöglich beginnen kann. In anderen Worten: Marktanteile beim Kunden sichern und ausbauen, damit Phase 2 gelingen kann.

Was gibt es dazu essentiell Neues im Produktportfolio von VMware?

Als wichtigstes Element dazu ist sicherlich das Produkt Appdefence zu nennen. Es handelt sich hierbei um eine Zusammenstellung von Security-Funktionen, die der “Cyber Hygiene” dienen sollen. Hierfür steuern vSphere und vSAN ihre Encryption zu, ebenso liefert Workspace ONE (ex Horizon) die 2-Faktor Authentifizierung (MFA). NXS separiert mit Micro-Segmentation, der optimierte Update Manager sorgt fürs Patching und Appdefence selber sorgt für die Einhaltung des Prinzips least privilege. Zusammen spricht VMware von den fünf Pillen für Cyber Hygiene.

Ein brauchbares Tool für die Fehlersuche scheint auch wavefront zu sein. Wavefront ist eine Datenbank, in der die vom Hypervisor erfassten Messwerte (aktuell über 10.000 verschiedene Metriken) gesammelt werden und bietet eine Analyse und Visualisierung dieser Metriken auf einem einheitlichen Zeitstrahl. Dies ermöglicht die Auffindung von Anomalien und erinnert doch stark an eine Big Data Analyse. Ein drill down im Verdachtsfall ist natürlich möglich. So können Auffälligkeiten verfolgt und die Ursache ermittelt werden. Sehr Schick!

Mein persönliches Highlight kam jedoch nicht von VMware selber sondern in einer Breakout Session von Nigel Moulton, seines Zeichens der EMEA CTO der Divsion CPSD von DellEMC. CPSD steht für “converged platforms and solutions”, dort sind alle HCI-Produkte vereinigt. Der Bursche hat den Markt HCI&Cloud messerscharf analysiert und mit Zahlen unterfüttert. DellEMC- und Vmware-Produkte kamen dann natürlich auch vor, aber schon fast eher als Realisierungsvorschlag. Einfach klasse!!

Ach ja, was “Contoso” für Microsoft ist, das stellt “Elastic Sky Pizza” für Vmware dar, nämlich die Musterfirma, an der das Portfolio demonstriert werden kann.

Kontaktieren Sie jetzt Ihren CEMA Spezialisten

Klicken Sie hier, um E-Mails von CEMA zu erhalten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.