Veeam Backup & Replication – Was ist neu in v10?

Ursprünglich für Ende 2017 angekündigt, sollte sie schließlich im zweiten Halbjahr 2019 erscheinen. Nun ist die langersehnte Veeam Version 10 offiziell verfügbar. Was erwartet uns mit dem neuen Major Release?

NAS Backup

Mit Version 10 ist das lang ersehnte Feature NAS Backup erschienen und bietet nun die Möglichkeit, File Shares mit ihren unstrukturierten Daten, egal ob lokal oder Cloud, zu sichern. Unterstützt werden dabei SMB File Shares, NFS File Shares und Windows-/Linux-managed Server File Shares.

Damit das Backup auch gelingt, muss die Backup Infrastruktur noch um die neuen Komponenten Cache Repository und File Proxy erweitert werden.

Das Cache Repository dient als Speicher für temporäre Metadaten und soll zudem während des Backups den File Share entlasten. Unterstützt wird hierbei DAS (physikalischer/virtueller Windows oder Linux Server) und NAS (CIFS oder NFS). Je näher das Cache Repository am File Share liegt, desto performanter. Veeam empfiehlt hier 1 Hop.

Der File Proxy nimmt die Rolle des Datamover zwischen den Komponenten ein. Je nach Größe der Infrastruktur kann der File Proxy auf dem Backupserver selbst installiert sein oder muss entsprechend als eigene Maschine bereitgestellt werden.


In den Möglichkeiten der Aufbewahrung bietet Veeam zwei Varianten. Hier können Richtlinien sowohl für die Kurzzeit- als auch für die Langzeitaufbewahrung definiert werden. Darüber hinaus können in der Langzeitaufbewahrung die zu archivierenden Dateien genauer eingegrenzt werden.

Wie sichert Veeam diese unstrukturierten Daten?

Beim Start eines Backup Jobs listet der File Proxy alle Dateien und Ordner des File Shares auf und erstellt einen Daten-Baum mit CRC (cyclic redundancy check) Werten. Dieser Daten-Baum wird an das Cache Repository übertragen und gespeichert.

Erhält das Cache Repository eine neue Baumstruktur des File Proxy, vergleicht es die jeweiligen Versionen. Sind Änderungen vorhanden, instruiert das Cache Repository den File Proxy die geänderten Daten vom entsprechenden File Share zu lesen. Der File Proxy liest daraufhin die neuen Daten und erstellt Datenpakete. Diese Pakete werden in 64MB große Backupdateien auf dem Repository abgelegt und enthalten die gesicherten Daten und Metafiles, welche Namen, Version der Backupdaten und Lokation beinhalten.

Unterschiedliche Wiederherstellungsmöglichkeit wie der Restore eines kompletten File Shares, das Zurückspielen eines bestimmten Zeitpunktes oder die Wiederherstellung von bestimmten Dateien und Ordnern, stehen zur Verfügung.

V10 Better Backup. Faster. Stronger. Smarter.

Instant VMRecovery

Durch die neuen Optimierungen erhofft sich Veeam auch sein Feature Instant VM Recovery auf eine neue Ebene zu heben. Verbesserungen im Bereich der Performance dank einer neuen Engine sollen im oftmals langsamen Backup Storage die VM Bootgeschwindigkeit erhöhen. Dies soll mithilfe eines Arbeitslast kontrollierten RAM Caching erreicht werden. Zudem können dank der neuen Engine auch mehrere VMs gleichzeitig mit Instant VM Recovery wiederhergestellt werden.

Restore of ANYTHING to VMware: Damit schafft Veeam die Möglichkeit jedes imagebasiertes Veeam Backup (physikalischer Server oder Workstation, virtuelle Maschine oder Cloud Instanz) in eine vSphere VM wiederherzustellen.

Schutz vor Ransomware

Schutz vor Verschlüsselung oder Löschung der Daten ist nicht nur in der Produktivumgebung wichtig, auch im Backup sollte dies heutzutage ein Ziel sein. Eine gute Möglichkeit bietet Veeam bereits bei der Nutzung von Tape. Dies soll sich mit dem neuen Feature auch für Copy Jobs auf Disk realisieren lassen. Das neue immutable backups Feature soll mit einer erweiterten Objekt Storage Funktion, S3 Object Lock, arbeiten und entsprechend die Daten vor Angriffen schützen. Dies kann in Form von Amazon S3, S3-kompatible Service Provider oder on-premises Object Storage, welche die S3 Object Lock API implementiert hat, realisiert werden.

Was sonst noch?

Kurz gesagt wurde alles ein bisschen überarbeitet. Performanceverbesserungen dank neuer Engines, Transaction Log Backups für Cloud Connect, Verbesserung des WAN Accelerator, weitere Unterstützung in der Windows und Linux Welt und vieles mehr.

Um einen kompletten Überblick der Verbesserungen zu bekommen, besuchen Sie die Webseite des Herstellers.

Lizenzierung

Mit der im Oktober 2019 eingeführten VUL (Veeam Universal License) wurde die zuvor publizierte VIL (Veeam Instance License) verbessert. Die VUL umfasst alle Funktionen der VIL mit dem Bonus aller Features der Enterprise Plus Edition.

Um das neu erschienene NAS Backup nutzen zu können, ist eine VUL nötig. So lässt sich der File Share mit 250 GB Frontend-Kapazität pro Lizenzinstanz sichern.

Alle weiteren Workloads wie VMs, Server, Workstations, Cloud-Instanzen oder Enterprise Applikationen, lassen sich mit einer Instanz pro Workload sichern.

HABEN SIE WEITERE FRAGEN? VEREINBAREN SIE JETZT EINEN ONLINE-TERMIN MIT EINEM CEMA-EXPERTEN!

KLICKEN SIE HIER, UM E-MAILS VON CEMA ZU ERHALTEN

Quellen:
https://helpcenter.veeam.com
https://www.veeam.com