Grand Opening Microsoft Cloud Deutschland

Am 24. Januar wurde in Berlin die Microsoft Cloud Deutschland vorgestellt.

Nach einer kurzen Begrüßung und Einleitung von Sabine Bendiek (Vorsitzende GF Microsoft Deutschland), stellt Julia White (Corporate VP Cloud) anhand verschiedener Beispiele die neuen Möglichkeiten von Azure vor. Aus ihrer Erfahrung beginnen die meisten Kunden mit Office 365, um dann weitere Dienste wie Azure oder Dynamics in der Cloud zu erkunden. Es gibt jedoch nicht den einen richtigen Weg. Vielmehr gibt es aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen der Kunden, genauso viele unterschiedliche Wege in die Cloud.

Aus ihrer Sicht ist Vertrauen das wichtigste Kriterium, wenn sich Kunden für oder gegen die Cloud entscheiden. Um das Vertrauen zu erhöhen bzw. zu festigen sieht Microsoft vier Kernthemen:

Gerade in den Bereich Security hat Microsoft massiv investiert, um hier die höchsten Standards zu erzielen. Mit Azure bietet Microsoft im Gegensatz zum Wettbewerb eine „Unique hybrid cloud consistency“: Verschiedene Dienste und Lösungen unter einer einheitlichen Management Plattform auf Basis eines übergreifendes, konsistenten Verzeichnisdienstes. Passend hierzu wurde die Freigabe des Azure Stacks für private und hosted Azure Clouds für Sommer 2017 angekündigt.

In die deutsche souveräne Cloud hat Microsoft ebenso sehr stark investiert, um die Bedürfnisse der öffentlichen oder stark regulierten Kunden anzusprechen.

Während Azure in der deutschen Cloud bereits seit September 2016 zur Verfügung steht, wurde mit dem heutigen Tage Office 365 in der deutschen Cloud freigegeben. Die Preise hierfür liegen etwa 20-30% über den Preisen für das globale Office 365. Dynamics 365 in der deutschen Cloud ist noch für das erste Halbjahr 2017 angekündigt.

Office 365 ist lt. Microsoft mit 85 Mio aktiven Nutzern weltweit der größte Anbieter einer Cloud Office Lösung.

Im Anschluss kam es zu einer Podiumsdiskussion mit Sabine Bendiek, Anette Bronder (GF Digital Division T-Systems), Renate Radon (Senior Director Public Microsoft).

In dieser Diskussion wurde nochmals dargelegt, dass die deutsche Cloud insbesondere für die öffentlichen und regulierten Bereiche (Banken, Versicherungen, Rüstung) gedacht ist. Daher muss immer individuell überprüft werden, ob die deutsche Cloud tatsächlich notwendig ist oder auch die globale/europäische Cloud genutzt werden kann.

Denn die deutsche Cloud hat auch Nachteile:

  • Sie ist teurer als die europäische Cloud
  • Aktuell sind noch nicht alle Funktionen implementiert
  • Neue Funktionen werden immer erst mit Verzögerungen umgesetzt
  • Es gibt technische Beschränkungen in der Kommunikation zwischen der deutschen und der globalen Cloud

Bei der offenen Fragenrunde wurde klar dargestellt, dass die Umsetzung des privaten OneDrives in deutschen Cloud ist in der Produktplanung aktuell nicht vorgesehen. Die deutsche Cloud ist eine reine Business- und keine Consumer-Plattform.

Bernhard Rohleder (Hauptgeschäftsführer Bitkom) stellt die Cloud als Enabler (Förderung neuer Geschäftsmodelle) dar. Erstmals steht kleinen Unternehmen und Startups Rechenpower und Intelligenz zur Verfügung, die bislang nur Großkonzernen vorbehalten war. Nur war der rasante Aufstieg zahlreicher bekannter Startups wie Uber oder AirBnb möglich.

Als deutsches Beispiel nannte er übrigens FlixBus, da das Unternehmen keine Busse besitzt, sondern lediglich eine Plattform zur Verfügung stellt. Dies ist zu 100% in der Cloud abgebildet.

In Deutschland werden aktuell 15 Mrd EUR Umsatz mit der Cloud erwirtschaftet und in den nächsten 2 Jahren wird eine Verdoppelung vorausgesagt.

Abschließend ging Peter Bräutigam als IT-Jurist nochmals auf die Datenschutzthemen ein. Seine Aussagen lassen sich wie folgt zusammenfassen: 

Aus datenschutzrechtlichen Gründen ist die deutsche Cloud nicht notwendig, denn das deutsche Datenschutz hat durch EU-Richtlinien auch in Dublin und Amsterdam Gültigkeit. Weiterhin hat sich Microsoft gegenüber der US-Regierung bereits mehrfach dagegen wehren können, Kundendaten an Behörden herauszugeben.

Der einzige Unterschied bei der deutschen Cloud ist die Tatsache, dass Microsoft überhaupt keinen Zugriff mehr auf die Daten besitzt, da diese nun durch den Datentreuhänder T-Systems verwaltet werden.

Dazu passte dann schließlich der Rundgang im Berliner Cloud Control Center für die deutsche Cloud. Interessant war hier die Vorstellung des Escort-Prozesses: Das ist ein geregelter Ablauf, wenn ein Microsoft Techniker zur Fehlerbehebung an die Umgebung muss. Dies geht nur in enger Begleitung durch die T-Systems (= Escort).

Mit diesem Rundgang wurde der interessante Tag bei Microsoft abgeschlossen.

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