Der digitale Arbeitsplatz – Fluch oder Segen für die Nutzer?

Autor: Dr. Dieter Szettele, Sales Consultant, CEMA Frankfurt

Schon vor gut 20 Jahren lautete Citrix‘ Leitspruch; „Any, any, any…“. Der Zugriff auf den Arbeitsplatz sollte ermöglicht werden mittels „any device“, „anytime“ und „anywhere“.

Diese Kernkompetenz hat sich Citrix bewahrt und weiterentwickelt (any app, any information, any service, any network…). Inzwischen ermöglichen auch diverse andere Lösungen und nicht zuletzt die Cloud, sowie Smartphones und Tablets den einfachen Zugriff auf digitale Arbeitsumgebungen vieler Berufstätiger.

Die Schattenseiten dieser Entwicklung werden regelmäßig und gerade zur Urlaubszeit diskutiert: „70 Prozent der Berufstätigen sind im Urlaub für den Chef erreichbar“, stellte die Bitkom in einer aktuellen Umfrage fest.

Steigert sich der Stresspegel unnötigerweise?

Schleichende Mehrarbeit, ständige Erreichbarkeit und schließlich (buchstäbliches) „nicht mehr richtig abschalten können“ sind hierbei ernstzunehmende Stressoren, mit denen die Berufstätigen unterschiedlich gut umgehen können.

All diesen Einwänden zum Trotz werden die Möglichkeiten der Flexibilisierung der Arbeitsplätze auch von Arbeitnehmern zunehmend nachgefragt. Mitarbeiter, die über den Erfolg Ihrer Projekte oder Kundenzufriedenheit motiviert werden, erwarten von ihren Arbeitgebern eine gut funktionierende Arbeitsplatz-IT. Diese sollte sie bei ihrem Engagement bestmöglich unterstützen – jederzeit – überall – und mit beliebigen Geräten.

Umfragen zeigen, dass insbesondere die Generation Y besonders hohe Ansprüche an die Arbeitsplatz-IT hat und diesem Aspekt einen sehr hohen Stellenwert in puncto Arbeitszufriedenheit beimisst. Beim Wettbewerb um junge Talente ist dies ein nicht zu unterschätzender Faktor.

… oder sinkt der Stresspegel durch das digital Office?

In dieses Bild passt auch, dass Arbeitsplätze mit Vertrauensarbeitszeit und Home-Office-Möglichkeiten begehrt sind. Für viele Beschäftige überwiegen die Vorteile gegenüber den oben genannten Gefahren. Berufliche und private Belange können besser vereinbart werden. Eltern können trotz Arbeit in der Nähe ihrer Kinder sein. Handwerkerbesuche oder Arzttermine sind kein Grund mehr, sich einen halben Tag freinehmen zu müssen. Auch die Fahrt zur Arbeit zu Verkehrstauzeiten kann umgangen werden.

Dies sind Gründe, die den Stresspegel wiederum senken können. Dafür sind Arbeitnehmer oft auch einmal bereit, eine dienstliche Aufgabe in der eigentlichen Freizeit zu erledigen.

Wie wirkt sich der Digitale Arbeitsplatz auf den Urlaub aus?

Selbst in der wohlverdienten Urlaubszeit, die ohne Zweifel grundsätzlich ungestört sein sollte, kann es durchaus zur Entspannung beitragen, wenn man weiß, dass man seiner Urlaubsvertretung im Notfall helfen könnte. Solange diese Option grundsätzlich besteht, aber tatsächlich selten und wirklich nur in Notsituationen in Anspruch genommen wird, dürfte dies für die meisten Arbeitnehmer das geringere Übel sein als die Sorge, dass mangels Eingriffsmöglichkeiten in ihrer Urlaubszeit ihre Projekte an die Wand fahren könnten oder Kundensituationen außer Kontrolle geraten.

Wichtig ist eine wohlorganisierte Urlaubsvertretung, um die Wahrscheinlichkeit der Notwendigkeit eines aktiven Eingriffs zu minimieren. Zum Beispiel sollten Notfall-Benachrichtigungen von der Urlaubsvertretung an den Urlauber nicht per E-Mail erfolgen. Somit kann dieser auf das E-Mails-checken verzichten oder sogar seinen E-Mail-Empfang ausschalten. Im Sinne einer Ausfilterung von Ballast erscheinen SMS-Nachrichten besser geeignet, die von ausgewählten Kollegen ggf. sogar an eine private Mobilnummer gesendet werden dürfen. Somit kann das Dienst-Smartphone auch einmal komplett ausgeschaltet werden.

Grundsätzlich sollte mündigen Arbeitnehmern durchaus zugetraut werden, dass sie den richtigen Umgang mit den flexiblen und mobilen Arbeitsplätzen für sich herausfinden, ist es doch gerade die Generation Y, der ein starkes Streben nach Work-Life-Balance nachgesagt wird.

Interessanterweise zeigt sich tatsächlich in der aktuellen Umfrage der Bitkom, dass die dienstliche Erreichbarkeit im Urlaub unter den jüngeren Arbeitnehmern geringer ist als bei den älteren. Dies schon als ein Zeichen eines bewussteren Umgangs mit den modernen Zugriffsmöglichkeiten zu werten, wäre dennoch verfrüht, zumal andere Untersuchungen zeigen, dass viele Menschen der Generation Y unter digitalem Stress leiden und Organisationen in ihre digitalen Kompetenzen weiter investieren müssen.

Nicht nur technische Faktoren tragen zum Erfolg des Digital Workplace bei

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass moderne digitale Arbeitsplätze viele Möglichkeiten bieten, die viele, vor allem jüngere Arbeitnehmer erwarten. Unternehmen, die in eine entsprechende IT-Ausstattung investieren, haben Vorteile bei der Gewinnung und Bindung junger, qualifizierter und motivierter Arbeitnehmer. Der richtige und ausbalancierte Umgang mit den zur Verfügung stehenden Technologien ist keine Selbstverständlichkeit. Entsprechende Verbesserungsmaßnahmen – z.B. in puncto Selbstorganisation der Beschäftigten – müssen gegebenenfalls angeboten werden. Erfolgt dies parallel zur Investition in die Arbeitsplatztechnologien können Arbeitgeber und Arbeitnehmer profitieren.

Strikte gesetzliche Vorgaben hingegen, wie sie etwa das EuGH-Urteil zur Arbeitszeiterfassungspflicht erfordert, laufen den Wünschen nach Arbeitsplätzen mit großen Freiheiten und Vertrauensarbeitszeiten zuwider. Die verschwimmende Trennschärfe zwischen Arbeits- und Privatwelt wird hier zu einem Problem. Man darf gespannt sein, wie diese Vorgaben in nationales Recht umgesetzt werden und ob das Ergebnis am Ende tatsächlich zum Wohle der Arbeitnehmer sein wird, wie es die spanische Gewerkschaft CCOO beabsichtigt haben mag.

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PS: Seit über 20 Jahren unterstützt die CEMA zahlreiche Organisationen und Unternehmen im Bereich digitaler Arbeitstechnologien. Dabei pflegt die CEMA mit den einschlägigen Herstellern enge Partnerschaften, darunter auch mit Citrix. In einem Workshop am 19.8.2019 in Frankfurt haben interessierte Kunden die Möglichkeit, das Potenzial der Citrix-Lösungen kennenzulernen und die Einsatzmöglichkeiten in der eigenen Organisation daraus abzuleiten.

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Vincent Cloud

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