Produktiv bleiben trotz Covid-19: Remote-Lösungen im Homeoffice

Die anhaltende globale Krise durch den Corona-Virus (Covid-19) belastet die Weltwirtschaft enorm. Auch in Deutschland steigen die Zahlen der infizierten Personen drastisch. Viele Unternehmen fürchten vehemente Krankheitsausfälle in den eigenen Reihen und setzen daher zunehmend auf Kurzarbeit oder Homeoffice.

Homeoffice eignet sich besonders für Bürotätigkeiten, IT-Administration und Support, also alle Dienstleistungen, die nicht zwangsläufig an einen festen Ort gebunden sind und auch über den lokalen Rechner von Zuhause aus erledigt werden können. Wir stellen vor, welche Möglichkeiten die Heimarbeit bietet und welche Remote-Lösungen zur Verfügung stehen, um eine sichere Netzwerkverbindung zu gewährleisten.

Homeoffice – die größten Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Noch immer ist das Arbeitsmodell Homeoffice wenig verbreitet, da sich Unternehmen weiterhin verstärkt auf die Anwesenheit ihrer Mitarbeiter konzentrieren oder nicht wissen, wie sich das Modell im Betrieb erfolgsversprechend integrieren lässt. Dabei hat die Heimarbeit einige entscheidende Vorteile zu bieten:

1. Das Krankheitsrisiko für Mitarbeiter fällt.

Homeoffice kann dazu beitragen, Krankheiten unter der Belegschaft zu reduzieren. Dadurch, dass die Heimarbeiter mit weniger Menschen in Kontakt kommen, fällt das Risiko für Bakterien- und Virenübertragungen. Nicht nur vor dem Hintergrund der Corona-Krise spielt dieser Punkt eine wichtige Rolle – auch die alljährliche Erkältungswelle in den Wintermonaten könnte so effektiver eingedämmt werden.

2. Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten effizienter und motivierter.

Wer von Zuhause aus arbeiten kann, spart sich die täglichen Pendelfahrten zur Arbeit und zurück. Hierdurch werden nicht nur Kosten eingespart, sondern es wird vor allem auch wertvolle Zeit gewonnen, die der Mitarbeiter produktiv und gewinnbringend nutzen kann. Mehr Zeit und weniger Stress fördern die Zufriedenheit und Motivation – ein weiterer Grund, der sich positiv auf den Gesundheitszustand und den Arbeitsprozess auswirkt.

3. Das Unternehmen spart Kosten.

Ein weiterer relevanter Grund, der für den Einsatz eines Homeoffice spricht, sind die Kostenersparnisse für die Arbeitgeber. Denn ohne Anwesenheit des Mitarbeiters werden auch weniger Kosten für Strom, Büroflächen oder Reinigung benötigt. Unter Umständen lässt sich ein Arbeitsplatz auch aufteilen und somit wirtschaftlicher nutzen.

Empfohlene Remote-Lösungen für den Einsatz im Homeoffice

In den meisten Fällen erfordert das Arbeiten im Homeoffice eine Verbindung mit dem Firmenserver oder dem Bürorechner im Unternehmen, um auf wichtige Kundendaten oder Softwareprogramme zugreifen zu können. Vielen Firmen bereitet dieser Punkt großes Unbehagen, weil sie Sicherheitslücken oder mangelnde Datenschutzmaßnahmen befürchten, die massive Folgen nach sich ziehen können. Diese Angst ist auf jeden Fall berechtigt, sollte aber letzten Endes kein Hindernis sein – denn es gibt verschiedene Ansätze und Lösungen für einen sicheren Remote-Zugriff.

1. Remote-Desktopverbindung (Microsoft)

Eine relativ gängige und sehr bekannte Methode für Fernzugriffe auf Windows-PCs ist die Remote-Desktopverbindung. Auf diese Weise können Mitarbeiter von ihrem eigenen Computer aus alle Programme und Firmendaten des Büro-PCs verwenden.

Die Steuerung des Firmen-PCs erfolgt über das sogenannte Remote Desktop Protocol (RDP), ein hauseigenes Netzwerkprotokoll von Microsoft. Dabei fungiert der lokale Rechner als Client und der Firmen-Rechner als Server. Zu beachten ist, dass der Server immer unter Windows laufen muss – beim Client spielt das Betriebssystem hingegen keine Rolle, da es eine große Auswahl an verfügbaren RDP-Clients gibt, die man sich kostenlos herunterladen kann. So können Mitarbeiter auch über Tablets, Smartphones oder MAC-PCs auf den Arbeitsplatz zugreifen, sofern sie den offiziellen Client auf ihrem Gerät installiert haben.

Für eine Remote-Desktopverbindung müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein:

  • der Remote-PC muss eingeschaltet sein und darf sich nicht im Energiesparmodus bzw. Ruhezustand befinden
  • der Remote-PC muss über eine Netzwerkverbindung verfügen
  • die Funktion „Remote Desktop“ muss aktiviert sein
  • der Mitarbeiter muss über einen Netzwerkzugriff auf den Remote-PC verfügen und dazu berechtigt sein, eine Verbindung herzustellen

Per se ist die Remote-Desktopverbindung keine sichere Verbindung, solange man den verwendeten TCP-Port (Standard 3389) nicht ausreichend absichert. Dies lässt sich zum einen über das Betriebssystem (RDP-ACLs, Benutzerrechte, Windows Firewall etc.) und zum anderen über spezielle Zusatzsoftware (Remote Desktop Gateways, VPN) realisieren.

2. Virtuelles Privates Netzwerk (VPN)

Mit einem Virtuellen Privaten Netzwerk kann der Heimarbeiter eine verschlüsselte Verbindung zum Firmennetzwerk herstellen und so auf Dienste und Anwendungen des Firmen-Servers zugreifen. Oft wird die Software auch in Kombination mit RDP genutzt, um einen sicheren Tunnel zwischen den Desktops zu ermöglichen.

Für die Verwendung eines VPNs muss der Mitarbeiter einen VPN-Zugang beantragen und die entsprechende Software auf seinem heimischen Computer installieren. Einige Tools wie beispielsweise Synchronized Security von Sophos setzen an diesem Punkt an und bieten umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen zur Überwachung des Netzwerks. Auf diese Weise ermöglichen sie einen umfassenden Schutz und eine hohe Sicherheit für Remote-Standorte und speziell VPN-Zugänge an lokalen Rechnern.

3. Virtueller Desktop (VDI)

Eine Virtual Desktop Infrastructure hostet komplette Desktop-Umgebungen auf einem zentralen Server. VDI ist also eine Form der Desktop-Virtualisierung, bei der die Desktops über virtuelle Maschinen (VMs) ausgeführt werden und über eine Netzwerkverbindung mit dem End-Client aufgerufen werden können. Mitarbeiter greifen auf die VDI-Umgebung zu und verwalten dort alle Dienste und Daten so, als würden sie vor ihrem Firmen-PC sitzen.

Dadurch, dass die VDI-Umgebung über ein Rechenzentrum kontrolliert wird und alle vertraulichen Daten auf zentralen Servern liegen, liefert diese Technologie schon im Ansatz eine hohe Sicherheit vor unbefugten Zugriffen oder Datenmissbrauch.

4. Citrix-Lösung: Workspace-App

Citrix ist eine vielseitige Alternative zu VPN und Remote Desktops unter Windows, welche aber etwas mehr Vorbereitung benötigt. Sehr empfehlenswert für den Remote-Betrieb ist dabei das Produkt Citrix Workspace-App, welche den Zugriff auf sämtliche Anwendungen und Desktops von einem Remote-Clientgerät erlaubt. Hierzu zählen mobile Apps, SaaS- und Web-Apps, Dateien sowie VDI-Umgebungen, welche über ein bedienungsfreundliches All-in-One-Interface aufgerufen werden können.

Für die Verwendung von Citrix muss das Unternehmen eine Lizenz erwerben, zudem benötigen die Mitarbeiter eine passende Client-Software auf den Heimrechnern.

Welche Lösung passt zu deinem Unternehmen?

Es gibt viele Möglichkeiten, um eine sichere und komfortable Arbeit im Homeoffice zu gewährleisten. Jede Lösung hat ihre eigenen Vor- und Nachteile und lässt sich mehr oder weniger schnell in die Arbeitsabläufe und Unternehmensstrukturen integrieren. Wir beraten dich gerne ausführlich zu diesem Thema und helfen dir, die optimale Lösung für dein Unternehmen zu finden.