Clubhouse: Woher kommt der Hype und was gilt es zu beachten?

Clubhouse: Woher kommt der Hype und was gilt es zu beachten?

Bild: Jacob Lund/stock.adobe.com

Clubhouse hat schon einiges richtig gemacht, oder? Adressierung eines limitierten Marktes, Apple only (zumindest für den Moment). Ein „elitärer“ Kreis, an dem man nur durch Einladung teilnehmen darf und: Austausch unter den Menschen in Zeiten der Pandemie. Warum funktioniert das aber gerade im Moment so unglaublich gut – bis hin zum aktuellen Hype?

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Woher kommt der Hype um Clubhouse?

Ein völlig natürliches und menschliches Verlangen ist es, dass wir uns alle nach sozialen Kontakten sehnen. Im Business wie auch im privaten Umfeld. Oder wann haben Sie sich zuletzt alleine zum Dinner in ein Restaurant eingeladen? Veranstaltungen und Reisen machen auch mehr Spass, wenn man mit anderen Menschen interagieren kann. Land und Leute kennen, manchmal sogar lieben lernen. Wie gut also, dass man nun seine Erfahrungen, sein Know-How oder einfach seine Gedanken mit anderen gleichgesinnten teilen und diskutieren kann.

Gerade das Diskutieren macht den großen Unterschied im Vergleich zu einem Podcast. Der Podcast wird produziert und folgt dabei, mal mehr mal weniger, einem festen Rahmenprogramm. Gerne mit Experten als Podcast-Interviewpartner. Die produzierten Folgen werden anschließend in das World Wide Web geladen und können von da an von jedem Interessierten angehört werden. Was aber, wenn der Hörende eine ganz andere Frage zu dem Thema bzw. an den Experten hat?

Hier kommt die Stärke von Clubhouse ins Spiel: Mittels Remote-Meeting gewohntem „Hand heben“, kann ein Teilnehmer auf sich aufmerksam machen. Der Moderator bzw. das Moderatorenteam können den Teilnehmer auf die „virtuelle Sprachbühne“ heben und der Dialog beginnt. Nach dem Beantworten kann durch die Moderatoren der Teilnehmer wieder stumm geschalten werden. Der Audiovortrag wird fortgesetzt oder der nächste Teilnehmer auf die Bühne gehoben.

Wieso ist Clubhouse für viele Nutzer so interessant?

Clubhouse hat es geschafft, die drei großen „FO’s“ perfekt zu adressieren:

FOMO – Fear of missing out
FOBO – Fear of better option
FOBS oder FOBI – Fear of being stupid oder … being an idiot

Noch nie davon gehört? Doch sicherlich. Ganz bestimmt. FOMO ist der Ausdruck dafür, dass man etwas wichtiges bewusst verpassen könnte. Zum Beispiel Clubhouse selbst, wenn man keine Einladung erhält. Oder stellen Sie sich vor, Sie haben ihr Smartphone nicht zur Hand, warten aber auf eine wichtige Nachricht von einem Freund oder dem Lebenspartner. Oder kennen Sie im Online-Shop dieses helfende Feld: Nur noch einmal verfügbar? Das ist FOMO.

FOBO ist der Ausdruck dafür, eine Entscheidung zu treffen und dadurch eine vielleicht bessere Alternative auszuschließen. FOBO stellt somit die Unzufriedenheit der Menschen dar – welche sich gerade im Social Media Alltag stark verbreitet hat. Das Streben danach mehr zu sein, zu besitzen oder zu erleben. Das Gefühl der absoluten Zufriedenheit und dem puren Glück ist das Ziel. Sie kennen diese „Glamour“ Beiträge, Videos und Filter-Bilder. Und in Clubhouse? Auch da sind die  Möglichkeiten unerschöpflich. Aber stellen Sie sich vor, sie haben die Möglichkeit mit sogenannten VIPs, Stars oder Politiker zu sprechen. Thomas Gottschalk, Joko Winterscheidt, Chris Rock, Ashton Kutcher, Jared Leto oder auch Christian Lindner teilen sich regelmäßig auf der neuen Plattform mit. Das ist FOBO.

Und FOBS? Nicht zu verwechseln mit der Liste der reichsten Menschen oder größten Firmen der Welt. FOBS ist der Ausdruck, unrelevanten oder unbegründeten Inhalt zu produzieren. Noch deutlicher drückt dies der Begriff FOBI aus. Dabei kennt jeder das FOBS Gefühl, der bereits Publikationen veröffentlicht hat. Und Clubhouse? Schützt Clubhouse vor FOBS? Nein. Aber durch die Interaktion mit vielen Gleichgesinnten kann ein Event durchaus Mehrwerte liefern. Sofern man nicht an übertriebenem Selbstvertrauen und Arroganz leidet.

Zwischenfazit 1: Clubhouse hat ganz sicher einiges richtig gemacht…

Datenschutz bei Clubhouse

Bei all dem Sonnenschein gibt es leider aber auch Schatten. „Was?“ höre ich jetzt schon vor dem Monitor diverse virtuelle Stimmen. Die App liefert doch so viele gute Punkte und Aspekte. Warum möchte ich nun über die andere Seite der Medaille berichten? Sagen wir es mal so: Kennen Sie die schnellste Lüge der Welt? Ich verrate Sie Ihnen: AGBs gelesen. Das war es schon. So möge derjenige den ersten virtuellen Stein werfen, wer stets immer und alle AGBs gelesen hat. Ich wiege mich selbst in stillem Gewässer, da ich, wenn überhaupt, nur einen Kiesel auf mich zufliegen sehe. Bleiben wir aber Konkret: ABGs und Datenschutzvereinbarung gelesen von Clubhouse?

Dazu gibt es einige Bedenken, da Clubhouse Zugriff auf die Kontakte im Smartphone benötigt. Nicht unbedingt untypisch für eine solche App, aber sicherlich nicht zwingend notwendig. Dies hat zwar den Vorteil, dass man seine bekannten Kontakte auch sehr schnell in Clubhouse wiederfindet oder natürlich auch einladen kann. Jeder neue User kann wiederum zwei weitere User einladen. Ein Super Service. Noch viel besser wird es, wenn man einen Kontakt auswählt, zeigt die Clubhouse App direkt, wie viele Kontakte diese Person bereits auf Clubhouse hat. Was für ein Servicegedanke… Doch, bedeutet dies nicht auch, dass Clubhouse damit alle Kontaktdaten aus dem Smartphone kennt? Die Antwort ist ein nüchternes: Ja.

Und ist dies dann auch DSGVO konform? Immerhin geht es dabei um personenbezogene Daten? Nein. Und genau da beginnen die ersten offensichtlichen Probleme. Diesem Fakt muss man sich bewusst sein oder es in voller Konsequenz akzeptieren. Clubhouse ist jedoch ausschließlich für den privaten Bereich gedacht. So kann ein Profil auch nur aus Name, Vorname und Nickname bestehen. Nicht aber aus einem Firmennamen. Nachzulesen auch in den „Terms of Service“ von Clubhouse.

Die gesammelten Daten über jeden User können darüber hinaus auch noch weiter verwendet werden. So steht es dem Unternehmen Alpha Exploration frei, diese Daten an Dritte weiterzugeben. Hierzu lassen sich wunderbare Ableitungen treffen – von Werbung, bis hin zu vollen „Profilen“ einzelner Personen, Gruppen, Stadtteilen und weiteres. Der Fantasie ist also kaum eine Grenze gesetzt.

Fakten zu Clubhouse

Es ist klar, dass Clubhouse die Plattform nicht aus Nächstenliebe und rein sozialen Aspekten betreibt. Alpha Exploration erhielt im Mai 2020 eine Finanzspritze in Höhe von etwa zehn Millionen Euro (zehn Millionen US Dollar als Primärkapital, zwei Millionen US Dollar als Sekundärkapital). Im Januar 2021 gab es dann die zweite Finanzspritze in Höhe von rund 100 Millionen Euro. Für alle #DHDL Fans: Das ergibt eine Firmenbewertung von über eine Milliarde Euro. Bis Ende Januar 2021 hatte Clubhouse im App Store insgesamt um die 2,4 Millionen Downloads – allein die Hälfte aller Downloads konnten davon allein im Januar 2021 verzeichnet werden.

Aber was kann man schon mit Namen und Telefonnummer anfangen? Clubhouse speichert auch temporär Gespräche bzw. deren Aufzeichnung mit. Dies passiert jedoch nicht bewusst sondern ganz nach dem Willen des Systems bzw. dessen Algorithmus. Nein, Clubhouse ist kein zusätzliches Backup oder Post-Podcast Tool. Schaut man noch etwas tiefer in die Materie, stellt man fest: Da passiert doch allerhand. Details dazu finden Sie im unten aufgeführten Link.

Zwischenfazit 2: Clubhouse hat ganz sicher einiges NICHT richtig gemacht…

Zusammenfassung

Clubhouse ist neu, der Hype nachvollziehbar und der Austausch als „aktiver“ Podcast ideal. Das Thema Datenschutz und Datenhandling ist jedoch als äußerst kritisch zu betrachten. Clubhouse bietet viele tolle Topics und anregende Themen für einen Austausch. Dennoch sollte man sich den Konsequenzen bewusst sein. Wer ein MDM Tool hat, wie das von unserem Partner Sophos, sollte dies nutzen um die aktuellen und offensichtlichen Schwachstellen zu covern.

Fazit: Clubhouse bietet viel – nimmt sich dafür aber auch einiges.

Und wer noch weniger von dem ganzen digitalen Hype haben möchte, dem kann ich nur JOMO ans Herz legen. Joy of missing out – die rezeptfreie, digitale Detox-Kur!

Links: https://zerforschung.org/posts/gespraeche-aus-dem-clubhouse/

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