Citrix ändert Lizenzmodell – das sollten Unternehmen beachten!

Neue Citrix-Strategie – Lizenzen mieten statt kaufen

Citrix stellt zum 1. Oktober 2020 das Lizenzmodell um. Zeitlich unbefristete (Perpetual) Kauflizenzen für Digital Workspace-Produkte können dann nicht mehr erworben werden. Sie werden von sogenannten „Subscriptions“, also Mietlizenzen, abgelöst. Das neue Lizenzmodell sorgt für viel Unruhe unter den Kunden. Unser Kundenberater Friedolin Tronicke gibt Antworten auf Fragen zu den wichtigsten Änderungen, Handlungsoptionen und wie Kunden das neue Lizenzmodell als strategische Chance nutzen können.

Aufruhr um neues Citrix-Lizenzmodell

Die großen der Branche, allen voran Microsoft, forcieren schon länger den Vertrieb ihrer Lizenzen im Mietmodell. Viele der Kunden sind glücklich über die gewonnene Flexibilität und Skalierbarkeit, gerade in Zeiten der COVID-19-Pandemie.
Warum ist jetzt bei Citrix der Wirbel so groß?

Weil die Ankündigung sehr kurzfristig erfolgt ist und dadurch einen enormen Handlungsdruck erzeugt. So besteht ja nur noch bis Ende September die Chance, Perpetual-Lizenzen für den On-Prem-Betrieb zu erwerben. Gleichzeitig wurden die Implikationen des Wechsels nicht klar kommuniziert – weder für die Kunden noch für uns als Partner.

Wer beispielsweise trotz eines absehbaren Bedarfs nicht rechtzeitig zukauft, der läuft Gefahr, in einen Mischbetrieb aus Kauf- und Mietlizenzen zu geraten. Außerdem müssen Unternehmen, die ihre Citrix-Anwendungen weiterhin lokal betreiben wollen, dafür künftig tiefer in die Tasche greifen. Die Aufregung ist daher durchaus verständlich.

IT-Strategie überdenken: on-prem oder Cloud?

Was sollten Kunden unbedingt tun?
Den Wechsel als Weckruf verstehen, Ihre IT-Strategie als Ganzes zu überdenken. Und zwar unter der Fragestellung, welches Betriebsmodell künftig das richtige ist: on-prem oder Cloud? Schließlich ist Citrix einer der letzten großen Hersteller, die den Wechsel erst jetzt richtig forcieren. Microsoft ist schon fast komplett geswitcht. Andere Softwarehersteller wie SAP oder Sophos, aber auch Hardwarehersteller wie HP oder Dell gehen diesen Weg. Daher sollten alle Optionen durchgespielt werden.

 

Welche Optionen sind das?
Neben der Cloud zählt dazu natürlich auch die Weiterführung eines On-Prem-Betriebs – entweder mit Perpetual-Lizenzen oder mit Subscriptions mit einer Laufzeit von 1, 3 oder 5 Jahren. Wer sich hierfür entscheidet, sollte sich Klarheit verschaffen, ob er sofort handeln muss. Das erfordert: Den Ist-Stand über die Lizenzlandschaft transparent zu machen. Was ist vorhanden? Stehen mittelfristig Veränderungen an – zum Beispiel eine Erhöhung des Head Counts oder Zukäufe – die eine Lizenzerweiterung erfordern? Genauso wichtig ist es zu prüfen, wie lange noch Support besteht und welche Wartungsverträge erneuert werden müssen.

 

Warum ist der aktive Support so wichtig bzw. der Mischbetrieb von Perpetual Lizenzen und Subscriptions so unvorteilhaft?
Der Support ist in der Mietlizenz automatisch enthalten. Bei einer Kauflizenz muss er hingegen separat hinzugekauft werden. Das hat Folgen für den Mischbetrieb. Die Mietlizenzen stehen nur nämlich dann unter Support, wenn für die bestehenden Kauflizenzen ein aktiver Supportvertrag besteht.

 

Das heißt: Ich bezahle unter Umständen für den in der Mietlizenz inkludierten Support und habe keinerlei Anspruch darauf?
So ist es. Wenn Kunden vorhandene Perpetual-Lizenzen durch Mietlizenzen erweitern oder schrittweise auf Mietlizenzen umsteigen, dann können sie den Support für die Kauflizenzen nicht einfach auslaufen lassen. Denn dann würde der gesamte Support erlöschen.

Fristen für Wartungsverträge beachten

Welche Fristen sind hierbei zu beachten?
Ein sogenanntes Renewal, also eine Verlängerung für abgelaufene Wartungsverträge, ist nur noch bis zum 25. September 2020 möglich. Bis zu diesem Datum können Kunden wieder in den aktiven Support einsteigen, ohne dass Zusatzkosten anfallen. Voraussetzung ist eine Mindestlaufzeit von 12 Monaten. Für einen Renewal mit Reinstatement beträgt die Mindestlaufzeit 18 Monate.

Und ein Wechsel zu einem anderen Anbieter?
Klar könnte man angesichts der höheren Kosten durch das Mietmodell jetzt durchrechnen, ab wann sich ein Wechsel möglicherweise finanziell auszahlen würde. Allerdings ist das aus meiner Sicht müßig. Schließlich geht der Trend in der IT eindeutig in Richtung Subskription und in die Cloud.

Eigene Cloud-Strategie entwickeln

Was empfiehlst du Kunden vor dem Hintergrund, dass Citrix künftig komplett auf Mietlizenzen umsteigen wird?
Wie eingangs erwähnt, stellt sich nicht die Frage ob, sondern wann Kunden in die Cloud wechseln. So sind die aktuellen Änderungen ja nichts anderes als ein weiterer Schritt von Citrix in Richtung Cloud. Meine Empfehlung ist daher: Erst einmal prüfen, wie das Cloud-Modell passt, und erst im zweiten Schritt zu schauen, ob das auslaufende On-Prem-Modell Vorteile hätte.

Schritt in die Cloud – unabhängig vom Hersteller

Grundsätzlich sollten sich Kunden jedoch nicht abhängig von der Citrix Roadmap machen, sondern proaktiv eine eigene Cloud-Strategie entwickeln. Damit gewinnen sie die Planbarkeit, um zum besten Zeitpunkt den letztlich unvermeidbaren Schritt in die Cloud zu machen – ob mit Citrix oder einem anderen Hersteller ihrer Wahl. Wir von der CEMA beraten gerne dabei!

 

Überblick der betroffenen Citrix-Produkte

Vom Lizenzwechsel betroffene Produkte:

  • Citrix Workspace
  • Citrix Virtual Apps & Desktops
  • Citrix Content Collaboration (ehemals Citrix ShareFile)
  • Citrix Endpoint Management (ehemals Citrix XenMobile)
  • Citrix Hypervisor (ehemals Citrix XenServer)
  • Citrix Provisioning Server
  • Citrix App Layering

Lassen Sie uns gemeinsam ihre passende Cloud-Strategie entwickeln und prüfen, wie das Cloud-Modell für ihr Unternehmen passt!