Was hat J.W. v. Goethe mit Changemanagement zu tun?

Autor: Wolfgang Haag, IT-Senior Consultant, CEMA Mannheim

Im übertragenen Sinne sehr viel.

Im Mittelpunkt steht seine Aussage:

„Ein ganzer Strom von Ereignissen ergibt sich aus der Entscheidung. Sie ruft für jenen, der die Entscheidung getroffen hat, alle möglichen Vorkommnisse und Zusammenkünfte und stoffliche Hilfe hervor, von der kein Mensch sich hätte träumen lassen, dass sie auf diese Weise eintreffen würden.“

Dieses Zitat, oftmals auch in Coaching-Zusammenhängen genutzt, sieht die Entscheidungsfähigkeit als Auslöser von Veränderungen.

Die tägliche Projektpraxis ist charakterisiert durch eine permanente Entscheidungskultur. Über alle Projektebenen müssen Entscheidungen getroffen werden, um bestimmte Ziele beziehungsweise Änderungen erreichen zu können.

In der Regel noch abgesichert durch eine Risiko – beziehungsweise eine Chancenanalyse, um den Verlauf beherrschbar zu machen. Das ist Projekthandwerk und wie überall im Handwerk gibt es gute und schlechte Handwerker.

Interessanter ist aber der Blick auf die Entscheidungsträger, oder besser formuliert, die „Entscheidungstreffer“.

Oftmals ist es hilfreicher für einen erfolgreichen Projektverlauf die entscheidende Frage zu stellen, wie es zu der Entscheidung für ein Projekt oder Change gekommen ist. Dabei geht es nicht unmittelbar um die Sachebene. Einblicke in den „Dunstkreis“, in das Zusammenwirken der Umstände und der Beteiligten hin zu diesem „Entscheidungspunkt“ verraten mehr über die eigentlichen Impulse und Ziele als eine rein sachbezogene Zieldarstellung. Im Gespräch wird dann oftmals erlebbar, wie sich – um mit Goethe zu sprechen – „…alle möglichen Vorkommnisse und Zusammenkünfte…“ um diesen Entscheidungsmoment herum konsolidiert haben.

Aus Sicht des Dienstleisters wird dieser selbst ein Teil der „Vorkommnisse“, des Änderungsprozesses.

Messbare Kennzahlen für dieses Bewusstsein gibt es nicht, auch im Rahmen einer Risikobetrachtung lässt sich dieser Aspekt nicht bewerten.

Als Dienstleister beziehungsweise Projektleiter ergibt sich aber eine andere, in vielen Bereichen wirksamere Grundhaltung. Das Wissen, ein wesentlicher Wirkungsfaktor im Änderungsprozess des Kunden zu sein, ihn in seiner Entwicklung zu begleiten und zu fördern, schafft ein stabiles Vertrauens- und Beziehungsverhältnis. Ausgerüstet mit einer starken Entschlusskraft, dem Wissen um die Zusammenhänge und Auswirkungen von Entscheidungen kann das reine Projekthandwerk perfektioniert werden und alle Parteien stärken.

Aus über 25 Jahren Projekterfahrung kann ich bestätigen, dass dieser Aspekt keine sinnfreie „Esoterik“ ist, sondern ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Änderungsprozess darstellt.

„Was immer Du tun kannst, oder wovon Du träumst, Du könntest es tun: beginne damit. Kühnheit trägt Genius, Macht und Zauber in sich. Beginne es jetzt“.

– J.W. v. Goethe

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