30 Jahre CEMA: Der Servicebereich ist der Wachstumstreiber

Autorin: Ulla Cramer

Das Unternehmergen gehört zu seiner DNA – schon als Student für Betriebswirtschaftslehre und Telekommunikation an der damaligen FH Worms träumte Thomas Steckenborn von einer eigenen Firma. Eine finanzielle Unterstützung für Existenzgründer gab es damals nicht. Also war Einfallsreichtum gefragt, um an die entsprechenden Mittel für das Start-up zu kommen. Und an diesem hat es Steckenborn noch nie gemangelt. In seiner Diplomarbeit entwickelte er ein IT-Konzept für einen großen Konzern – und ließ sich dieses gut bezahlen. „Im Übrigen wurde mein Konzept komplett und erfolgreich umgesetzt“, erinnert er sich heute schmunzelnd an seinen ersten Auftrag.

1990 war es dann soweit. Mit 27 Jahren gründete Steckenborn das IT-Systemhaus CEMA mit Sitz in Mannheim. Kurz darauf wurde er jüngstes Mitglied in der Vollversammlung der IHK Rhein-Neckar. „Bei der IHK wusste man erst gar nicht recht, in welche Kategorie man die CEMA einordnen soll“, erinnert sich der Unternehmer.

In der Vollversammlung ist Steckenborn immer noch aktiv. Und die CEMA zählt heute mit rund 250 Mitarbeitern an zehn Standorten bundesweit und einem Umsatz von knapp 60 Millionen Euro zu den erfolgreichsten mittelständischen IT-Systemhäusern in Deutschland. Die Hauptverwaltung hat nach mehreren Umzügen seit 2013 ihre Heimat im Büropark Eastsite in Mannheim-Neuostheim gefunden. 30 Jahre CEMA – ein Grund zu feiern? Nicht für Steckenborn: „Die IT ist ein schnelllebiger Markt. Neue Technologien wie aktuell die Cloud verändern unser Business rasant. Da zählt nur der Blick nach vorne und sich immer wieder neu aufzustellen.“

Mit Pioniergeist nah am Markt

Trends früh zu antizipieren, das ist einer der Erfolgsfaktoren der CEMA. Das Systemhaus hat als eines der ersten auf Virtualisierung gesetzt, die technische Grundlage für die Cloud. In 2001 wurde das IT Service Center in Mannheim gegründet, das für die Kunden einzelne IT-Leistungen bis hin zum kompletten Betrieb ihrer IT anbietet. Auch das ist ein strategischer Schachzug, der sich auszahlt. Der Bereich Managed Services & Cloud mausert sich inzwischen zum Wachstumstreiber und ist ein zentraler Baustein der CEMA, um weiterhin erfolgreich unterwegs zu sein.

Denn das klassische Projektgeschäft, einschließlich des Hard- und Software-Verkaufs beim Kunden vor Ort, verliert zusehends an Bedeutung. Deshalb treibt die CEMA das Servicegeschäft voran, neben dem IT Service Center auch durch die Bereiche IT Business Consulting oder eProcurement. Hier können Kunden über eine maßgeschneiderte elektronische Plattform den Aufwand und die Kosten bei der Beschaffung rund um das Thema IT deutlich reduzieren. Die CEMA beliefert und betreut inzwischen weltweit aktive Unternehmen. Unter den Neukunden ist auch die IHK-GFI, der IT-Dienstleister der IHKs in Deutschland. Alle 79 IHKs werden künftig über einen personalisierten IHK IT-Shop, der von der CEMA bereitgestellt wird, ihre Hard- und Software beziehen.

„Was zählt, ist die Schnittstelle zum Kunden zu besetzen, um darüber Geschäft und Wachstum zu generieren“, erläutert Steckenborn. Größe sei inzwischen überlebenswichtig. Die CEMA hat sich daher Ende 2018 mit dem Systemhaus sysLogixx zusammen geschlossen und als Partner auf Augenhöhe integriert. „Der Markt teilt sich auf in kleine, hochspezialisierte Firmen auf der einen Seite und große auf der anderen. Dazwischen geht nichts“, ist der Unternehmer überzeugt. Denn die steigenden Anforderungen an Technologien, Wissen und Infrastruktur erforderten Investitionen, die sich nur bei einer guten Auslastung rentieren. Steckenborn blickt zuversichtlich in die Zukunft: „In diesem Jahr streben wir einen Umsatz 70 Millionen Euro an – und das ist nur ein Zwischenschritt. Wir sind bestens dafür aufgestellt, die 100-Millionen-Euro-Hürde zu nehmen.“

Vincent Cloud

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